Den Gegebenheiten anpassen

Als ich meinen Gatten vor ziemlich genau 17 Jahren zum erstenmal besuchte, stand in seinem Wohnzimmer (bestimmt 30 qm) eine schon sehr abgenutze Ledergarnitur, eine aus den 70ern mit geschnitzten Wangen und so, und ein Couchtisch, auch stilecht zu den 70ern passend, auch sehr rustikal und schwer und mit Flieseneinlage.

Gliücklicherweise musste ich ihn nicht überzeugen sich von diesen Schätzen zu trennen, im Gegenteil, er bat mich, neue Möbel mit ihm auszusuchen. Wir entschieden uns für eine blaue pflegeleichte Couchgarnitur und einen schicken Glastisch. Allen Unkenrufen seitens der Oma und den Stiefkindern zuwider, waren wir glücklich und zufrieden mit unserer Wahl …. bis wir in eine wesentlich kleinere Wohnung zogen, uns einen Hund anschafften und schließlich Enkelkinder rumkrabbelten. Seitdem ist das Sofa ständig versabbert und der Tisch sieht so aus:
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Echt lästig. Kaum geputzt, sind wieder Enkel hier und haben Spaß. Zeitweise decke ich frustriert eine Tischdecke drüber, was bei unserem 3-jährigen Enkel natürlich extrem kontraproduktiv ist.

Dann, vor einigen Wochen knackte der Tisch. Kurze Zeit später nochmal. Beim Wegstellen (zwecks staubsaugen) blieben zwei Beine stehen. Sah witzig aus, konnte so aber nicht bleiben. Kleben! Wir haben etliche Klebstoffe in Vorrat, nur offensichtlich keinen geeigneten für die Verbindung Metall-Glas. Bestimmt zwei Wochen lang experimentierten wir (der Gatte) rum und der Tisch stand so im Kinderzimmer:
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Heute, so entschied der Gatte, sollte er wieder ins Wohnzimmer. Mit losen Beinen zwar, aber ihn auszurangieren kam und kommt nicht infrage. Pure Geldverschwendung, findet der Gatte. Ich finde, das Teil hat seinen Dienst getan, und man kann sich gerne den Gegebenheiten anpassen und einen Fehlkauf (aus heutiger Sicht!) korrigieren.

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Börgersteig

Kürzlich war ich mit dem großen Enkel in der Stadt unterwegs. Als ängstliche, immer um das Wohl des Bengels besorgte Oma, ermahnte ich ihn (in der Fußgängerzone 🙈): „Nicht auf der Straße laufen!“
Ein paar Augenblicke später wieder: „Milan! Komm auf den Bügersteig!“ Wieder ein paar Minuten später: „Miiilan! Du musst doch auf dem Bügersteig laufen. Wir sind nicht im Wald!“

„Oma, warum sagst du immer „Börgersteig“?“
„Hmmm, ich kann auch Gehweg sagen, oder Fußweg. Kennst du das Wort Bürgersteig nicht?“
„Nö.“
Als wir um die Ecke bogen, strahlte er: „Jetzt weiß ich warum du immer Börgersteig sagst“ und zeigte auf den Bugerladen 🍔

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Kuchenwünsche

Letzte Woche hatte ich einen oberleckeren Bratapfelkuchen gebacken, den die beiden Enkel-Jungs schmatzend verputzten. Ob sie denn keinen möchte, wollte ich von der Enkelin wissen. „Ich esse nur Sandkuchen. Das könntest du wohl mal wissen,“ erwiderte sie genervt.

Gestern habe ich für heute wieder gebacken, einen Apfelkuchen und einen Sandkuchen.

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„Emily, ich habe extra für dich einen Sandkuchen gebacken“, konnte ich heute auftrumpfen, und mit Begeisterung holte sie sich zwei Stück und machte sich ans Werk. So sah ihr Teller aus, als sie fertig war …

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Ich verstehe nicht, dass man nicht ganz normal ein Stück Kuchen essen kann, ich verstehe erst recht nicht, dass man nur das Innere essen kann, ich würde das Kind aber aus tiefster Seele verstehen, wenn sie nur die Kruste essen würde. Na gut, so ergänzen wir uns bestens 🙂 🙂 🙂

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Milchtest

Wir haben die letzten Tage eine Milchtestreihe durchgeführt. Welche schmeckt am besten?

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Hintergrund:
Seit Kurzem haben wir im Nachbarort eine Milchtankstelle und können endlich Frischmilch zapfen. Wer keine geeignete Flasche hat, kann am Hofladen eine kaufen, das taten wir auch.

Testablauf:
Hofmilch vs. Vollmilch aus dem Tetrapack, da waren wir uns einig: Klares Plus für die Hofmilch.
Also zapfen wir nächstes Mal zwei Liter, sagten wir uns. Beim Hofladen kostet die Flasche 1,80 €, was uns zu teuer ist. Deshalb kauften wir im Supermarkt eine Glasflasche mit Inhalt für 1,35 €.
Hofmilch vs. Vollmilch von Landliebe fiel nicht so eindeutig aus, aber schließlich freuen wir uns, dass wir frische Milch, direkt vom Bauern bekommen können und wollen das Angebot nutzen.
Zwei Tage später fuhren wir ins Nachbardorf und wollten bei dieser Gelegenheit gleich Milch holen. Die Hofmilch-Flasche war leer, aber die Landliebe-Flasche noch nicht. Deshalb füllte ich den Rest in eine heiß ausgespülte Grappa-Flasche.
Hofmilch vs. Grappamilch war am erstaunlichsten. Obwohl ich die Grappaflasche heiß und gründlich gespült hatte, war ein sehr angenehmes deutliches Grappaaroma wahrzunehmen.

Fazit:
Eindeutiger Sieger ist die Grappa-Milch 🙂

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Warme Ohren

Die Mama der beiden Enkelinnen (also meine Stiefschwiegertochter) hat mich gefragt, ob ich Stirnbänder für „uns drei Mädels“ stricken kann. Angeblich sind die total „in“ in dieser Saison. Wenn sie es sagt … ich bin nicht wirklich trendorientiert 😉

Also hab ich ein bisschen gestöbert und probiert und diesen Prototyp gebastelt. Jetzt hat schon mal der Bär warme Ohren.

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Neues Handy

Vor ein paar Tagen bin ich eher zufällig zu einem neuen Handy gekommen. Statt eines Samsung S5 habe ich nun ein S7. Ich verstehe nichts von der Technik, möchte ich auch gar nicht, ich möchte es einfach nur einfach benutzen können – ähnlich wie ein Auto 😉

Dass die Kamera nun doch viel besser ist, zeigen die beiden Fotos. Hab einfach mal vom Balkon aus den Sonnenuntergang geknipst.

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5. Tour 2018: Von A bis Z

Diese Tour war die letzte für dieses Jahr. Wir sind schon seit über 2 Wochen wieder zuhause, von daher stimmt die Chronologie nicht. Außerdem habe ich längst mit der Saison geistig abgeschlossen und keine gesteigerte Freude am Überarbeiten meines Reisetagebuchs. Hoffentlich übersehe ich keine zu persönlichen Abschnitte 🙂

Unsere Tour sah so aus: Von Ahlerstedt (Zuhause) bis zur Zugspitze und zurück….

Screenshot (10)

A = Zuhause B = Hitzacker/Elbe C = Egeln Nord
D = Sömmerda E = Tirschenreuth F = Steinberg am See
G = Taufkirchen/Vils H = Zugspitze I = Dießen/Ammersee
J = Oettingen K = Lonnerstadt L = Tiefenort/Werra
M = Bad Arolsen N = Hemer O = Duisburg
P = Waltorp Q = Holdorf A = Zuhause

Dienstag, 25.9.2018
Es verspricht ein schöner Herbst zu werden. Außerdem wollten wir längst schon unterwegs sein, aber „meine Ladies“ waren vom 21. – 23. September wieder in S. und da wäre es doof gewesen, einfach abzuhauen.

J. möchte schon lange wieder mal seine Tante besuchen. Bei einer 89-Jährigen Frau könnte es auch zu spät sein, wenn man zu lange wartet …. Dass es trotzdem wieder Dienstag wird bis wir abfahren können, liegt diesmal nicht an mir und einer Wollbestellung, sondern an J.. der auf Einbauteile für einen Tempomaten fürs Wohnmobil wartet. In Duisburg ist ein Interet-Bekannter, der Mechatroniker ist, auch einen Ahorn-Camp 550 fährt und der gerne bastelt. Für eine Kiste Bier wird er das erledigen.

Wir fahren diesmal nicht über die Autobahn, sondern über Lüneburg – Dahlenburg – Dannenberg nach Hitzacker an der Elbe.

Hitzacker liegt an der Fachwerkstraße, entsprechend gibt es viele wunderschöne Fachwerkhäuser zu sehen. Auch witzig finde ich, dass vor jedem Haus eine Bank steht. Keine einzige ist allerdings besetzt. Auch die Straßen sind menschenleer, obwohl es später Nachmittag ist, als wir dort sind. Prinz Claus der Niederlande kommt übrigens aus Hitzacker, daher gibt es eine Prinz-Claus-Promenade.

Die Elbe wirkt hier so harmlos, da kann man sich gar nicht vorstellen, dass sie die Altstadt unter Wasser gesetzt hat und nun durch hohe Staumauern und Stautore kommende Hochwasser in der Stadt verhindert werden sollen.

 

Mittwoch, 26.9.2018
Die Sonne scheint, wir schlafen lang, ich gehe mit Jumper nochmal an die Elbe, und dann fahren wir Richtung Magdeburg. Wieder ganz entspannt über die Landstraße von Dannenberg – Lüchow – Salzwedel – Gardelegen bis Magdeburg und schließlich Egeln Nord.

Tante H. erfreut sich guter Gesundheit, ist aber natürlich auch etwas klapprig und erledigt per Wort mehr als per Tat. Immerhin, sie ist klar im Kopf.

Donnerstag, 27.9.2018
Wir holen unsere Fahrräder vom Gepäckträger und radeln nach Egeln. Das sind nur 3 km, ganz ohne Berge 😊

In Egeln ist ja absolut tote Hose. Wir sehen vielleicht 10 Menschen, und der Marktplatz vor dem Rathaus ist menschenleer.

 

Tante H. gibt mir mehrere Tüten mit Wolle/Wollresten mit, jetzt ist der Stauraum unter der Bank schon fast voll. Mal sehen was ich damit anfangen werde.

Freitag, 28.9.2018
Abschied von Tante H. Ich hab sie echt lieb und habe immer Angst, sie zu sehr zu belasten, wenn wir kommen. Der Gatte macht sich da keine Gedanken, er kennt sie ja auch länger und besser….

Wir fahren durch den Harz, durch Thale, wo der Hexentanzplatz ist und durch Nordhausen, das durch den Nordhäuser Doppelkorn bekannt ist. In Sondershausen verpassen wir die Abfahrt zu dem Stellplatz, den wir uns ausgesucht haben und fahren weiter Richtung Erfurt. Schließlich landen wir in Sömmerda. Kurz vor dem Dorf Kölleda gibt es einen Flugplatz, da können wir übernachten. Spannend, sowas hatten wir auch noch nicht.

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Samstag, 29.9.2018
Verschlafen schaue ich um halb neun aus dem Fenster, weil ich was höre.
Direkt hinter uns steht jetzt ein Wohnmobil und durch das Küchenfenster sehe ich ein Sportflugzeug. Schön, ein bisschen aufregend und neu!

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Als wir etwas später raus gehen, sehen wir noch einige Wohnmobile und Männer, die große Planen ausbreiten. Fallschirmspringer sind da und warten auf den Flieger.

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Über Erfurt-Jena-Hermsdorfer Kreuz geht es auf die A9 bis Hof, dann weiter auf der A93 bis Tirschenreuth. Dort erwartet uns schon meine Schwester M.

Tirschenreuth ist ja auch immer mit Tschechien verbunden. Die Zigaretten sind zwar noch ein bisschen günstiger als hier, Diesel aber gar nicht mehr. Trotzdem müssen die obligatorischen 8 Stangen West sein. Und Budweiser. Diesmal auch für den Facebook-Mechatroniker 😊

Das Wochenende verbringen wir bei meinen Geschwistern samt Familien, futtern uns durch und bewundern die neu dazu gekommenen Großneffen und -nichten. Ganz schön viel Gewusel 🙂

Montag, 1.10.2018
Auch diese Nacht hatte es um die 3°C, aber es wird wieder ein schöner Tag.

Bei Lidl kaufen wir ein bisschen Proviant ein und schaue vergeblich nach Sockenwolle, die heute im Angebot sein soll. Zu spät…. Müssen wir halt doch nach Mitterteich ins Fachgeschäft. Dort kaufe ich zwei Merino-Knäuel für J’s zarte Füßchen (19,90 €), dann können wir endlich weiter.

Wir suchen uns Steinberg am See aus, das liegt bei Schwandorf, also auch keine wirkliche Entfernung. Aber der Platz ist super. Wäre auch was für den Sommer. Die Gebühr liegt bei 8 €, aber der Mensch ist so nett und will nur einen Fünfer.

 

 

Dienstag, 2.10.2018
Außer uns stehen noch vier weitere Wohnmobile da als wir aufstehen und rausschauen. Auch heute ist es kalt, aber es ist trocken und die Sonne kämpft sich so langsam durch. Und das, obwohl auf der Wetterkarte seit Tagen Regen vorhergesagt wird.

Von Schwandorf aus fahren wir auf der A93 nach Regensburg, über Schierling (wo mein Bruder geboren wurde) und Landshut bis Taufkirchen. Immer die vertraute B15 entlang, die ja schon in Tirschenreuth und an meinem Heimatdorf vorbei verläuft.

Wir übernachten in Taufkirchen/Vils auf einem richtigen kleinen Stellplatz mit Ver- und Entsorgung für 0,- €, nur für Strom geben wir 1,- € und für Wasser 50 Ct. aus. Neben uns ist der Bogenschießplatz und an einer großen Weide ein großes Kreuz. Keine Gedenktafeln, zum Glück!
Auch die grob geschnitzten oder gesägten Skulpturen sind dankbare Fotomotive, sonst entdecken wir nichts Interessantes in Taufkirchen.

 

Mittwoch, 3.10.2018
Sonne. Feiertag. Tag der Deutschen Einheit. Wir erwarten viel Verkehr. Aber wir schlafen ja immer lang und bis wir fertig sind, ist es immer zwischen 11 und 12 Uhr, auch heute.

Wir wollen weiter die B15 fahren, haben Murnau ins Auge gefasst und das Navi entsprechend instruiert, aber wir werden über Erding nach Markt Schwaben auf die A94 geschickt und weiter über den Mittleren Ring über Oberhaching – Grünwald auf die A95 über Wolfratshausen – Penzberg – Murnau geschickt.

J. hat Bedenken und will nicht durch München, aber auf der Autobahn sieht es so aus 🙂

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Der Stellplatz in Murnau sagt uns nicht wirklich zu, wir entscheiden uns für den kostenlosen Stellplatz (ohne Strom und VE) am Freilichtmuseum Glentleiten ca. 10 km weiter südlich.

 

Donnerstag, 4.10.2018
Sonne. Nachts war es wie immer kalt, aber wir haben ja die dicken Federbetten mit.

Heute sind wir schon um 9:30 Uhr fertig und fahren über Garmisch-Partenkirchen und Grainau Richtung Zugspitze. Es ist noch nicht viel los, als wir auf den Parkplatz Zugspitze kommen, und ein freundlicher Mann schickt uns dahin wo schon einige Wohnmobile stehen. Die Zugspitzbahn fährt alle 10 min, und wir sehen Schlangen anstehen. Der Hund darf mit in die Bahn, wird uns gesagt, und J. ordert am Schalter die Fahrkarten für 2 Erw. und 1 Hund: 117.- €! Das ist uns doch zuviel, wir machen von der Station aus ein paar Bilder und fahren weiter.

 

In Dießen am Ammersee übernachten wir, ein super schöner Platz an der Bahnlinie (stört überhaupt nicht) und nur etwa 200m zum See.

Dort fotografiere ich fleißig, damit J. auch was vom See sieht, denn er geht nur in die Altstadt.

 

Freitag, 5.10.2018
Über Landsberg – Augsburg – Donauwörth fahren wir heute bis Oettingen. Ja, genau, das Oettingen, aus dem das Oettinger Bier kommt. Es ist ganz schön dichter Verkehr, und da reichen die 150 km Entfernung auch wieder. Und wieder haben wir richtig Glück mit dem Stellplatz. Es ist der Festplatz, es gibt VE und Strom. Das beste ist, dass man auch am Ufer der Wörnitz stehen kann, dann halt ohne Strom, ist aber egal. So ein herrlicher Tag! Wir holen zum ersten Mal unsere neuen Stühle raus, sitzen in der Sonne, trinken draußen Kaffee, und entscheiden uns, einen zweiten Tag hier zu bleiben.

Jumper gefällt es scheinbar auch, denn er saust im Kreis um das Wohnmobil und schlingt sein Futter in zwei Minuten (oder 20 sec.) rein 😊

 

Samstag, 6.10.2018
Wieder so ein schöner, warmer, sonniger Herbsttag!

Nach dem Frühstück holen wir die Fahrräder vom Träger und fahren zu Rewe, um Proviant für das Wochenende einzukaufen. In der Altstadt kaufe ich für Jakob noch ein Malbuch – will ja nicht riskieren, dass er enttäuscht ist, wenn wir ohne was für ihn kommen 😉

 

Dann sitzen wir wieder in der Sonne, gucken den Anglern zu, lesen, daddeln, ich stricke. Später, nach dem Gassi gehen und Kaffee trinken drehen wir nochmal eine Runde mit dem Fahrrad und gönnen uns ein Eis vom Italiener.

Sonntag, 7.10.2018
Ich wollte gerne nach Ansbach weiter fahren, dort ins Freizeitbad gehen und wieder mal ordentlich duschen und Haare waschen. Aber dann bleiben wir doch und duschen wieder im Wohnmobil. Das ist auch schon die einzige Aktion für diesen Tag. So ein schönes Plätzchen, so ein schönes Städtchen, dieses Oettingen.

Montag, 8.10.2018
Heute geht’s endgültig weiter. Heute steht Lonnerstadt auf dem Programm, Kirchweih.

Mit I. habe ich verabredet, dass wir nachmittags kommen, ich melde mich, wenn wir da sind. Sie arbeitet heute kürzer und wird ca. 14 Uhr im Stall sein.

Bei Schwabach machen wir Mittagspause, kaufen bei Aldi ein und finden für Jochen eine Winterjacke für läppische 25 € – und zufälligerweise für mich Sockenwolle, reduziert von 5,99 auf 4,15 €, da muss man doch zugreifen. Jetzt reicht’s aber wirklich mit der Wolle…

Kurz vor 15 Uhr sind wir in Lonnerstadt, parken am Rathaus und gehen wie ‚angeordnet‘ zur Hauptstraße, wo es Buden, ein Kinderkarussell und so das übliche Gedöns gibt. Jakob sitzt im Karussell, aber I. entdecke ich erst, nachdem sie wild gestikulierend vor mir steht.

Nach zwei Stunden verabschieden wir uns wieder und fahren nach Schlüsselfeld auf den Concorde-Stellplatz, wo wir vor zwei oder drei Jahren auch schon mal waren.

Dienstag, 9.10.2018
Die Nacht ist kalt, und morgens ist es neblig, aber es wird schließlich doch wieder schön. Gegen Mittag brechen wir auf, nachdem wir entsorgt haben. Dann geht es auf die A3 Richtung Würzburg, weiter auf der B22 Richtung Schweinfurt und schließlich auf die A71 Richtung Erfurt. Diese Autobahn ist so angenehm leer, und die Landschaft gefällt mir außerordentlich gut. Zuerst die Rhön, dann der Thüringer Wald…. schön. In Meiningen fahren wir ab und fahren auf der B19 weiter Richtung Eisenach. Jetzt, beim Tippen, sehe ich auf der Karte, dass wir ganz in der Nähe von Wutha-Farnroda sind, da kommt meine uralt-Freundin Gudrun her.

Unser Übernachtungsplatz für heute ist in Tiefenort an der Werra, und wir sind wieder auf der Fachwerkstraße (wie in Hitzacker auch). Der Stellplatz liegt direkt an der Werra an einem Freibad, das aber schon geschlossen hat. Chips für Strom soll man an der Kasse des Bades kaufen oder im Café Auf der Heerstatt oder im Gemeindebüro. Bad ist geschlossen, und ich finde weder das Café noch das Gemeindebüro. Während ich auf der erfolglosen Suche bin, hat J. vom Nachbarmobil Strom bekommen…

Eine Weile sitzen wir noch in der Sonne auf unseren bequemen neuen Stühlen.

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Mittwoch, 10.10.2018
Morgens ist es sehr neblig, dh. das Foto vom Stellplatz ist nicht unscharf, sondern das Womo liegt im Nebel 😊

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Bis wir fertig sind, hat sich der Nebel gehoben und die Sonne scheint wieder. Es ist ein wunderschöner Herbsttag, genau wie vor 39 Jahren, als wir von Lauf nach Sulzbach-Rosenberg fuhren und mein Sohn ein paar Stunden später zur Welt kam. Da war es genau 15:00 Uhr, wie sein Papa auf seiner Schreibtischunterlage notierte: „15 Uhr Anruf KH, ein Junge!“

Zurück in die Gegenwart.

Wir fahren nach einigen Umleitungen auf die Autobahn bis Bad Hersfeld, Dreieck Kirchheim, dann Richtung Kassel und von dort nach Bad Arolsen. Dort ist die Twistetalsperre mit dem Twistesee. Hier befindet sich der auf Facebook so oft gelobte Wohnmobilstellplatz Twistesee, ein Top-Platz. Einige sagen, es sei der schönste Stellplatz Deutschlands. Kann ich so nicht bestätigen. Außerdem überfallen uns hunderte Marienkäfer, so dass das Sitzen in der Sonne gar keinen Spaß macht.

 

Donnerstag, 11.10.2018
Während die anderen Stellplätze schon in der Sonne liegen, stehen wir noch im Schatten. Nun geht’s wieder auf die Autobahn. Wir müssen auf die A44 Richtung Dortmund, denn unser Ziel ist ja Duisburg, wo ein Facebook-Bekannter von J. einen Tempomat einbauen wird.

Jetzt sind wir tief im Sauerland in einem Städtchen namens Hemer, das liegt in der Nähe von Iserlohn. Hier ist ein super Stellplatz für 2,- € mit Strom und VE-Möglichkeit.

Freitag, 12.10.2018
Wir lassen uns morgens wie immer Zeit, bummeln nach dem Frühstück durch das Einkaufszentrum und kaufen natürlich ein bisschen unnötigen Kram wie Nagelknipser oder Spanngurte, aber auch Hundefutter und die Bildzeitung. Mir graut vor der Fahrt nach Duisburg – an einem Freitag! – und hoffe im Stillen, dass J. noch einen Tag hier verbringen möchte. Aber nein, er nimmt die Herausforderung an, und gegen 13 Uhr geht’s auf die A46 Richtung Hagen, am Kreuz Hagen -> A45 Dortmund -> A40 Essen -> A52 Breitscheid -> A524 Krefeld -> B8 Duisburg-Huckingen.

Hier parken wir bei einem großen Edeka-Center, knapp bevor die Umweltzone beginnt, und J. setzt sich mit André in Verbindung. Er wohnt nur quer über die Straße und kommt zu uns. Netter junger Mann, nicht gerade kommunikationsfreudig, aber J. und er verstehen sich prima. Leider passt ein Teil nicht, aber er bestellt das richtige, dann verabreden wir wo und wann der Tempomat eingebaut wird.

Ca. 17:30 Uhr fahren wir weiter, wollen ein Stück Richtung nachhause hinter uns bringen.

War die Fahrt nach Duisburg schon hektisch und anstrengend, die Autobahnen dicht, so war das entspannend im Vergleich zu jetzt. Ich kann nicht mehr mitschreiben wie oft wir die Autobahn wechseln müssen und über wie viele Kreuze wir müssen. Es ist einfach katastrophal. Dicht an dicht, Stoßstange an Stoßstange, quält sich J. durch den Ruhrpott, immer begleitet von den Navi-Ansagen „Sie nähern sich einem Stau auf der A …“.

Endlich, es ist schon fast dunkel, erreichen wir Waltorp, einen kleinen Ort bei Recklinghausen und finden nach einer großen Umleitung (die das Navi nicht kennt und uns immer wieder zurückschicken will) unseren Stellplatz.

Also wir endlich die richtige Zufahrt finden, lassen wir uns von der Höhenbegrenzung verunsichern. Über der Brücke ist dann das richtige Schild…

 

Samstag, 13.10.2018

Gegen Mittag fahren wir weiter. Jetzt werden wir über die B235 -> Coesfeld geschickt. Hier ist es heute richtig angenehm zu fahren verglichen mit dem Autobahnstress gestern.

Bei Münster fahren wir auf unsere Autobahn, auf die A1. Allerdings fahren wir nicht bis Sittensen, sondern legen einen Zwischenstopp in Holdorf ein. Auf dem Zeltplatz Heidesee übernachten wir. Hier waren wir vor einigen Jahren schon mal, bin ganz begeistert, als wir hinfahren, und bin ziemlich enttäuscht, als wir ankommen. Früher war der Heidesee frei zugänglich, jetzt ist alles eingezäunt, und irgendwie wirkt alles nicht sehr gepflegt. Aber was soll’s. Wir bezahlen 14,50 € incl. Strom, VE und WiFi und sind schon gar nicht mehr so entspannt. Zuhause ruft….

Sonntag, 14.10.2018
Der Stellplatz muss um 12 Uhr geräumt werden, wurde uns gestern gesagt. Pünktlich um 11:45 fahren wir los, natürlich wieder bei strahlendem Sonnenschein. Auf zum Endspurt nachhause!

Zwischendurch ist der Verkehr etwas dicht, aber wir kommen zum Glück ohne Stau durch und sind etwa um 14 Uhr da.

Fazit:
Waren das tolle drei Wochen! Abgesehen vom durchwegs guten, sonnigen Wetter, das wir so nicht erwartet hatten, waren auch die Stellplätze super und genau so wie wir am liebsten übernachten. Nicht diese aufgemotzten Fast-Campingplätze, sondern einfache, aber Plätze zum Wohlfühlen.

Der Gatte ist 2468 km gefahren, was ein angenehmer Tagesdurchschnitt ist.
Preiswert war dieser Urlaub auch: Für Sprit haben wir 325,- € ausgegeben, für die Stellplätze 66,- €

So mag ich das, so macht Wohnmobilurlauben Spaß.

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