Stadtstrand und Finale

Wenn mir so gar nichts einfällt oder wenn ich nichts zu lesen habe, radle ich ins Nachbarstädtchen, bringe Bücher zurück und schmökere im Bücherschrank, und wenn ich Lust drauf habe, kaufe ich mir in einer der beiden Eisdielen noch ein Eis. In dieser Reihenfolge lief es auch gestern 🙂

Der Bücherschrank ist von zwei Seiten zugänglich, und während ich meine Bücher einsortierte und schon mal den Blick über den aktuellen Inhalt schweifen ließ, quasselte auf der gegenüberliegenden Seite eine Frau.
„Ich find‘ immer was. Immer wenn ich vorbei komm‘, schau ich, ob alles in Ordnung ist. Viele kramen da ja rum und machen ein Durcheinander, da schau ich dann, dass wieder alles in Ordnung ist.“
„Ich finde auch immer was“, sagte ich und zog mit meinen beiden Beute-Büchern ab.

Auf dem Marktplatz war reges Treiben und der Stadtstrand war voll bevölkert. Ich bedauerte, dass ich ja nicht einfach die Menschen fotografieren darf, nahm mir aber vor, heute nochmal hinzufahren in der Hoffnung, dass weniger Betrieb ist.

Welch eine Enttäuschung! Der Strand wird abgebaut!

Gestern stand noch alles voll mit den Strandstühlen, die Leute saßen dort, schleckten Eis und die kleinen Kinder saßen mit ihren Schäufelchen und Förmchen im Sand und spielten.
Mir ist es schleierhaft, warum jetzt zu Ferienbeginn dieser so beliebte Stadtstrand abgebaut wird.

Auf einer der Bänke saß ich jedenfalls gestern mit meiner Eistüte, ganz rechts ich, ganz links ein Mann, da kam eine Frau, ließ sich in die Mitte plumpsen und fing an zu quasseln — die Frau von eben am Bücherschrank.
„Die mit ihrem Eis machen bei dem Sommer das Geschäft ihres Lebens! Ich kauf‘ da ja nichts, einen Euro zwanzig für eine Kugel verlangen die. Nein, von mir kriegen die kein Geld in den Rachen geschmissen! Ich hab‘ daheim ein Eis, ein Schokoladeneis, das ist genauso gut.“
„Ich kauf‘ da meistens zwei Kugeln in der Tüte, und wenn der Enkel dabei ist, der natürlich auch. Das schmeckt hier aber auch besonders gut“, erwiderte ich.
Der Mann zur Linken war schon von dannen gezogen, und als sie anfing, von ihrem Durchfall am Abend zuvor zu erzählen, tat ich es ihm gleich.

Wie nett war es dann im Dorf, als ich am Marktplatz drei Männern begegnete! Ich hechelte den Berg hoch, sie strahlten mich an, und einer winkte und rief „Fiiiinaaaleee!“

Ohja, es war ein spannendes Finale, hat richtig Spaß gemacht den Frauen zuzusehen, auch wenn sie leider den EM-Titel mit 1:2 gegen England verloren haben. Aber ehrlich, ich hätte ihnen nach dem 0:1 Rückstand den Ausgleich schon gar nicht mehr zugetraut. Vizemeister ist doch ein toller Erfolg, wer hätte zu Beginn der Meisterschaft schon darauf gewettet ….

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Das perfekte Duo

Von meinem älteren Bruder S. habe ich ja schon öfter erzählt, aber meine Schwägerin I. kam immer zu kurz.
Sie war sechszehn, als sie sich kennenlernten, er zwanzig. Fünf Jahre später heirateten sie, ein Jahr später waren sie Eltern. Weil sie mit ihrem Hausbau noch nicht fertig waren, wuchs meine Nichte ihre ersten Lebensjahre bei den Großeltern auf, S. und I. holten sie jedoch jeden Samstagnachmittag und brachten sie Sonntagabend wieder zurück zu den Eltern meiner Schwägerin.
Nach der Geburt ihres zweiten Kindes kam sie ganz in die Familie zurück, und I. konnte sich eine Familienpause gönnen bis der Kleine in den Kindergarten kam.
Beruf und Familie konnten sie gut unter einen Hut bringen, weil I. zur Arbeit fuhr, wenn S. Feierabend hatte.
Als mein Bruder in Rente ging, war dies für meine Schwägerin zunächst etwas schwierig, hatte sie sich doch ihren Tag nach ihren Bedürfnissen einteilen können. S. hatte noch ein paar Jahre Schonzeit, denn sie begann nach wie vor um 17 Uhr ihren Dienst.
Der Umstellung auf beide zuhause war dann gar kein Problem mehr.

Die Kinder waren inzwischen selbständig geworden und sind weggezogen, und sie beide lebten glücklich und zufrieden und genossen ihr Dasein – bis mein Bruder vor drei Jahren einen Schlaganfall erlitt und seitdem halbseitig gelähmt ist.
I. hat von Anfang an seine Pflege übernommen und so einiges anderes, das bis dahin sein Bereich war. „Hauptsache er bleibt mir“, ist ihre Devise und „solange ich kann, kommt mir niemand Fremdes ins Haus“.

Genauso plötzlich wie beim Schlaganfall meines Bruders änderte sich innerhalb weniger Sekunden alles. I. stürtzte und knallte mit der Schulter auf eine Mauer. Krankenhaus, Splitterbruch, Not-OP, endlich OP. Seit ein paar Tagen ist sie wieder zuhause.
Jetzt kommt der Pflegedienst morgens und abends und versorgt sie beide, einmal pro Woche kommt eine Haushaltshilfe und putzt (soll putzen, aber I. denkt, sie schafft das in Kürze bald selbst wieder).

„Wie kommt ihr denn um Himmels Willen zurecht?“ wunderte ich mich, als ich gestern mit ihr telefonierte.

„Wir sind das perfekte Duo“, erklärte sie mir.

Die rechte Seite meines Bruders ist gelähmt, während bei meiner Schwägerin der linke Arm ausfällt.
„S. hält die Sprudelflasche mit seiner linken Hand fest und ich drehe den Verschluss mit der rechten auf. Das geht sogar beim Kartoffelschälen und Zwiebelschneiden so ganz gut…. “
„Aber du brauchst schon ganz schön viel Gottvertrauen“, warf mein Bruder ein, der bis dahin keinen Ton gesagt hatte.

Seit 57 Jahren ein perfektes Duo ❤
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Geschwisterliebe

So unterschrieb meine Tochter dieses Foto und einige andere Situationen, in denen der Enkel seine kleine Schwester führt, beschützt oder anleitet wie der Akkuschrauber richtig zu halten ist.

Ich war eigentlich immer der Überzeugung, dass ein großer Altersunterschied zwischen den Geschwistern eher negativ ist. Meine beiden Kinder sind 15 Monate auseinander, mein Bruder ist 11 Monate älter als ich, meine Schwester 18 Monate jünger, und mein großer Bruder 12 Jahre älter. Bei diesem Foto (und den anderen, die ich nicht zeigen kann/möchte) komme ich jetzt ins Grübeln und denke wieder mal, es wäre auch toll gewesen, wenn ich mehr von meinem großen Bruder gehabt hätte.

Meine Mutter wurde am Ende des Krieges aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Russland deportiert und landete schließlich in Bayern, während ihr Sohn mit 4 Jahren in ein Lager kam und im Alter von 11 Jahren mehr tot als lebendig vom Roten Kreuz zu meiner Mutter gebracht wurde. Inzwischen war meine Mutter wieder verheiratet, und statt sich in die neue Familie einleben zu können, musste er in eine Lungenheilanstalt. Nach dem kurzzeitigen Versuch in der Dorfschule kam er erneut weg von zuhause und verbrachte ein Jahr in einem Internat, wo er schreiben, lesen, rechnen und deutsch lernte.
Mit 14 kam er wieder in die Familie, aber nur, um gleich darauf in eine Schreinerlehre geschickt zu werden. Dieser Betrieb war in der Kreisstadt, 10 km von zuhause weg, und da damals noch kein Bus fuhr, lebte er die Woche über in einem Lehrlingsheim.

Meine ersten Erinnerungen habe ich an ihn, als ich etwa 3 Jahre alt war. Er kam Samstagnachmittags mit dem Bus, und ich wartete am Hoftor auf ihn. Zuhause musste er den Hof kehren und mit meinem Vater die Werkstatt aufräumen, dann hatte er statt Freizeit mich an sich hängen. Sonntags ging wieder der Bus in die Kreisstadt, mit dem er zurück ins Heim fuhr.
Nach der Lehre arbeitete er einige Jahre bei meinem Vater in der Werkstatt. Natürlich gab es keine 8-Stunden-Tage, aber trotzdem habe ich von ihm Tischtennis gelernt, er übte mit mir Laufen und Weitspringen und wie man den Ball über das Scheunendach wirft.
Als er alt genug war, um den LKW-Führerschein zu machen, wurde er Fernfahrer und war wieder weg. Er hatte da schon meine Schwägerin kennengelernt und arbeitete auf eine gemeinsame Zukunft hin.

Mit meinen anderen beiden Geschwistern ging ich jeden Tag zur Schule, zunächst in die Volksschule, dann fuhren wir mit dem Bus in die Kreisstadt ins Gymnasium. Wir saßen nachmittags zu dritt am Küchentisch, machten Hausaufgaben und heckten allen möglichen Quatsch aus.
Während wir drei ein paar Jahre später unser lustiges Studentenleben führten, war mein großer Bruder schon verheiratet, sie waren dabei ihr Haus zu bauen, meine älteste Nichte stellte sich frühere als erwünscht ein, und so hatten sie richtig Stress und den Ernst des Lebens zu bewältigen.

Ich habe immer meinen großen Bruder angehimmelt und ich liebe und bewundere ihn unbeschreiblich, aber mit meinen beiden anderen teile ich meine ganze Kindheit und Jugendzeit. Wir brauchen nur ein Stichwort, und schon läuft ein ganzer Film ab und wir haben uns unheimlich viel zu erzählen und zu begackern. Während wir drei eine mehr oder weniger unbeschwerte Kindheit und es überhaupt einfach hatten, hatte er es soooo schwer.
Aber ich hatte nie das Gefühl, er neidet uns „Wirtschaftswunderkindern“ irgendetwas.

Als mein Leben geregelter wurde, ich also geheiratet hatte, die Kinder bekam und das Haus gebaut haben, wurden wir wieder enger miteinander. Aber erst seit wir alle Rentner sind, sind wir „ebenbürtig“ geworden. Leider dauerte diese Unbeschwertheit nicht viele Jahre, denn es folgten dann schon die Todesfälle und Krankheiten.

Kinderfotos mit ihm gibt es leider gar keine, aber meinen 60. Geburtstag feierten wir zusammen 🙂

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Guten Morgen Franken, …

… hier alles negativ. Wie ist die Lage bei euch? wollte mein Sohn sich nochmal versichern, bevor er sich auf den Weg zu uns machte.

Sehr schade, aber nicht zu ändern. Also gab es kein gemeinsames Spielen der Enkel und keine gemeinsamen Unternehmungen. Spaß hatten wir trotzdem und nächstes Mal sind wieder alle am Start.

Innerhalb einer halben Stunde war das Weizenfeld gegenüber gemäht, gedroschen und auf den Wagen geladen.

Einen Tag verbrachten wir im Freizeitpark Schloss Thurn, der ganz in der Nähe ist und ideal für kleine Kinder ist.

Auf der Terrasse hatte ich ein kleines Plantschbecken aufgestellt, wir grasten verschiedene Spielplätze ab (bevorzugt die von Biergärten), und natürlich hat die gar nicht mehr so Kleine immer wieder die Hühner füttern müssen. Mein Pflücksalat sieht jetzt recht zerrupft aus, weil ich ihr zeigte, wie man die Salatblätter pflückt. Aber der wächst ja nach 🙂

Heute sind sie wieder nach Hause gefahren, und hier ist es nun ungewohnt still und langweilig 🙂
Die Mama hatte schon heftig Sehnsucht nach ihrem großen Mädchen. Fünf Tage waren sie getrennt.
Zuhause muss sie realisieren, dass ihr Kater nicht mehr da ist. Leider starb er, als sie den zweiten Tag hier waren 😦

Update zum Baufortschritt des „Brauhauses“ im Norden:

Jetzt ruht die Bautätigkeit erstmal, jetzt wird wieder Geld verdient 😉

Und zum Schluss noch eine Anektode über meine Schwester:

Beim letzten heftigen Sturm – schon einige Monate her, weiß den Namen nicht mehr und hab keine Lust zu suchen – wurde ihr eine Tür buchstäblich aus der Hand gerissen. Nachdem sie den Arm zu nichts gebrauchen konnte und die Schmerzen nicht nachließen, ging sie doch mal zum Arzt. Es waren zwei Sehnen gerissen, OP nicht erfolgversprechend, wohl aber eine Physiotherapie. Tatsächlich besserte sich das innerhalb weniger Wochen deutlich, so dass sie die noch ausstehenden Termine am liebsten gecancelt hätte.
Nun war sie vor ein paar Tagen bei einer Nichte zum Geburtstag, stolperte dort über einen Teppich und knallte auf ihre fast heile Schulter.
Heute wieder Termin bei ihrem Pysio, einem Tschechen. Sie erzählte ihm von ihrem Missgeschick und dass sie hoffe, dass er das ganz schnell hinkriegt.
„Will ich natiierlich versuchen. Aber ich immer sagen ‚lieber ein Stamperl weniger, besser fiier ganze Gesundheit'“
„Ich hab kein einziges Stamperl getrunken! Der braucht nicht von sich auf mich zu schließen!“ motzt sie und überlegt, ob sie ihm am Ende wirklich Trinkgeld geben möchte 🙂

So, inzwischen sind meine Bonner angekommen. Bin erleichtert, dass alles gut gegangen ist.

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Nach dem Ortsschild

Seit über drei Jahren wohne ich nun schon hier, mein Vermieter ein paar Monate länger, und noch immer gibt es Probleme mit der Adresse. Wenn Besuch kommt, kann ich ja beschreiben, dass es nach dem Friedhof schon noch weitergeht, dass auf der Kuppe das Ortsschild steht und dass man nach dem Ortsschild das Haus dann sieht.
Die Fahrer der Müllabfuhr wissen das inzwischen auch, es sei denn, es ist Urlaubszeit und Aushilfsfahrer sind unterwegs.
Neulich gab es leider wieder so eine Situation. Ich kam mit dem Enkel des Weges, da stand mein Vermieter mit dem Fahrrad auf der Kuppe, sichtlich nervös und hektisch. „Der Notarzt findet nicht her“, sagte er, aber da kam er gerade aus einer Seitenstraße, S. winkte ihn in seine Richtung und fuhr mit dem Rad voraus.

Als ich mit dem Enkel ein paar Minuten später zu mir kam, bot sich dieses Bild:

„So sieht’s hier aus“, schrieb ich meiner Schwester, „aber nicht, weil J. schnitzt, sondern weil V. flach liegt.“

Inzwischen geht es ihr wieder gut, uff.

Wieder gut geht es auch dem Schwiegersohn, der von einem Festival Corona mit nachhause gebracht hat. Er hat auch zum Glück nur das Baby angesteckt, das ja nicht geimpft ist. Selbst war er einen Tag mit Fieber und Gliederschmerzen außer Gefecht, aber er ist noch in Quarantäne.

Und dann war da ja auch noch unser Dorffest. Alles was laufen konnte, war auf den Beinen, obwohl die Hitze schon extrem war. Aber schön war’s.

„Ich weiß nicht was ich davon halten soll“, schrieb mir meine liebste norddeutsche Freundin. „Jetzt hat der Gatte ein Notstromaggregat bestellt, und das Dach zum Deich hin will er mit diesen Solarplatten zupflastern. Im Garten baut er gerade ein Haus, wo er sein Bier brauen will.“

Wirklich, ich finde alles vernünftig was er vorhat. Am besten gefällt mir allerdings das Brauhaus 🙂

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Bald wieder vorbei mit Feste feiern?

Oh nein! Ich verdränge jeden Sommer, jetzt schon zum dritten Mal, dass es Corona ja auch noch gibt. Aber jetzt meldet sich dieses schexx Virus schon im Sommer zurück 😦

Unser Landkreis ist auf Platz 3, wenn das mal keine Leistung ist 😉
Bis jetzt bin ich drei Mal geimpft, und eigentlich wollte ich mit der vierten Impfung warten, ob es im Herbst eine Kombiimpfung Grippe/Covid gibt, aber ich bin verunsichert, ob ich nicht doch jetzt schon???

Und sonst so?

Meine Erdbeeren haben fertig, gaben sie mir zu verstehen, mal sehen, ob noch ein paar Nachzügler kommen. Die Zucchini blüht, eine männliche Blüte, aber bis die anderen Blüten soweit sind, dauert es noch eine Weile. Ich hätte doch besser zwei Pflanzen gekauft, damit die Chancen größer sind, dass die weiblichen Blüten bestäubt werden, grrrr. Außdem habe ich jetzt noch sechs Eichblattsalatpflanzen gekauft, hoffentlich wachsen sie.

Heute ist ein doppelter Feiertag für uns als Familie. Nicht nur Fronleichnam, sondern vor allem der 1. Geburtstag der Enkelin ❤
Leider kann der Papa nicht mitfeiern, der tourt gerade mit den Toten Hosen oder den Ärzten. Aber besser so als wieder Lockdown, Berufsverbot und Sorgen. Hauptsache, dem Kind geht’s gut 🙂

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Von Fest zu Fest

Kaum war „Regionale Landwirtschaft erleben“ vorbei, stand das nächste Fest im Dorf an, das Mühlenfest nämlich. Es gibt hier eine Mühle, deren Existenz bis zum Zeitraum ca. 1440 zurückverfolgt werden kann. Im Lauf der Zeit und im Zug der Industrialisierung wurde sie stillgelegt und dem Verfall preisgegeben, bis sie vom jetzigen Besitzer wiederaufgebaut wurde. Inzwischen wurde der Mahlbetrieb wieder aufgenommen, und das „Mühlencafé“ ist fast fertig. Natürlich ging ich hin – mit Tochter und Enkeln.

Bevor ich mich um meine geliebten Fränkischen Bratwürste kümmern konnte, war das Interesse des Enkels daran geweckt 🙂

So, jetzt aber! Verkaufsstände inspizieren, für’s leibliche Wohl sorgen und sich durchschlängeln …

Gestern war ich mit dem Rad unterwegs und landete in Adelsdorf, knapp 15 km von uns weg. Dort war im Schlosspark das Dorffest zugange. Für mich hat das Schloss einen emotionalen Bezug, denn da heirateten vor fast genau 8 Jahren meine Tochter und mein Schwiegersohn.
Es war eine sehr, sehr schöne kleine Hochzeit im engen Familien- und Freundeskreis, und zwei Monate später war der Enkel da 😀

Leider kann ich ja die Fotos von damals nicht zeigen, daher nur Schnappschüsse vom Gäude.

Ich war spät dran. Die Flohmarktverkäufer hatten schon fast alle eingepackt, der Losstand hatte fast keine Lose mehr, und viele Bierbänke waren schon unbesetzt, aber ich ergatterte vier Bücher, bekam eines der letzten Bratwurstbrötchen, die Blasmusik spielte noch, und 5 Lose kaufte ich auch noch – wie erwartet und angekündigt – leider wieder lauter Nieten.

Dann musste ich zusehen, dass ich nachhause kam, denn die nette Losverkäuferin schenkte mir drei Blumentöpfe, und die armen Blümchen sahen sehr durstig aus.

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Wer will, findet Wege, …

… wer nicht will, findet Gründe.

Dieser Spruch begleitet mich gerade wieder mal. Ich bin nämlich dabei, Gründe zu finden 🙂

Leider muss ich etwas ausholen:
Wir erinnern uns noch an die Pandemie? Konkret an die 2. Welle, Dezember 2020, Lockdown, die meisten Geschäfte dicht, Lokale dicht, keine Veranstaltungen, private Treffen nur ganz begrenzt erlaubt? Natürlich auch keine Gottesdienste, keine Christmette. Einsame Weihnachten standen vielen bevor. Es war mein zweites Weihnachten hier in Franken. Den Hl. Abend verbrachte ich das Jahr zuvor auch schon allein, ich ging abends zur Mette und war auf Weihnachten eingestimmt. Aber nun??? Da erfuhr ich, dass auf dem Marktplatz des Nachbarstädtchens die Christmette im Freien stattfinden würde. Mit Anmeldung und Hinterlassen der Kontaktdaten, mit Maskenpflicht und Abstandsregelung, ohne gemeinsames Singen und Beten, aber hey! ich war so glücklich! Kalte Füße, eine ständig beschlagene Brille und ein aufmuckender Rücken, aber unter Menschen zu sein, trotz aller Einschränkungen die Geburt Christi feiern zu können, ich war unserem Pfarrer und der Gemeinde so unendlich dankbar. — Nach meinem zweiten Glas zuhause, wohl etwas zu wenig Tee im Rum, schrieb ich ihm eine Mail und bedankte mich. Er schrieb umgehend zurück, und seitdem haben wir so etwas wie eine spärliche, zurückhaltende Brieffreundschaft.

Ein positiver Effekt der Pandemie ist, dass die Homepage der Pfarrei nun aktuell und zeitgemäß ist. Nicht nur die Gottesdienstordnung und allgemeines Blabla sind jetzt dort zu finden, sondern auch Kritisches, persönliche Stellungnahmen u.a., es menschelt jetzt dort sozusagen, und ein Beitrag bringt mich in den letzten Tagen ins Grübeln.

So, und jetzt komme ich so langam zum Anfang 😀

Die Hilfsbereitschaft ist seit dem Überfall auf die Ukraine nach wie vor sehr groß, sowohl was Spenden, als auch sonstige Unterstützung betrifft. Die Anzahl der Helfenden dagegen ist eher gleichbleibend, was zur Folge hat, dass viele ehrenamtliche helfende Hände fehlen.

Das Thema Ehrenamt geht mir hin und wieder durch den Kopf. Ich werde in diesem Jahr siebzig, habe mit 63 aufgehört zu arbeiten, und dank meiner Mutter, die immer damit genervt hat, dass frau immer in der Lage sein muss, für sich selbst sorgen zu können und im Alter eine eigene Rente haben muss, komme ich jetzt auch ohne Gatten ganz gut über die Runden.
Ich habe jetzt mehr Zeit als früher, und vor allem bin ich (noch) fit und gesund. Ich könnte also was Sinnvolles tun.

Nicht nur in der Kirchengemeinde gibt es etliche Möglichkeiten, natürlich in sämtlichen Wohlfahrtsverbänden sowieso, und auch das Landratsamt hat eine eigene Kategorie „Ehrenamt“ auf der Homepage, wo man sich beraten und vermitteln lassen kann. Angebote gibt’s zuhauf, da fände jede/r was.

Es geht aber nicht nur darum, was „Gutes“ zu tun. Ich hatte eigentlich immer im Kopf, dass Ehrenamt mit „umsonst arbeiten“ (idealisierterweise „um Gottes Lohn“) verbunden ist. Dem ist ja nicht so.
Bei manchen Angeboten steht ein konkreter Stundenlohn dabei, bei den meisten ist die Bezahlung klausuliert und als „(angemessene/großzügige) Aufwandsentschädigung“ bezeichnet.

Was Sinnvolles tun und ein bisschen was fürs Sparbuch, eine super Kombination also!
Es könnte auch nicht schaden, schon mal den Fuß bei einer Organisation in der Tür zu haben, wenn man mal selbst Hilfe braucht. (Vor ein paar Tagen war im Nachbarblog die Frage aufgekommen, was jemand macht, der niemanden hat, der einen nach einer OP nachhause begleitet. Gerade solche Begleitpersonen werden überall gebraucht.)

Aber:
Ich möchte keine Verpflichtungen mehr, ich möchte keine festen Termine und ich möchte auch nicht mehr flexibel sein müssen. Wobei mich das Flexibel noch mehr stört, als feste Termine, das hatte ich die letzten sieben Jahre vor der Rente.

Wollte ich also tatsächlich etwas Sinnvolles (ich sehe gerade, dass ich dieses Wort inflationär gebrauche) tun, müsste ich nicht mal nach Wegen suchen.

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Regionale Landwirtschaft erleben

So hieß die Veranstaltung, zu der die heimischen Landwirte vergangenen Sonntag einluden.

Ich liebe solche Veranstaltungen, genauso wie Flohmärkte, Wochenmärkte oder Markttage, und natürlich war der Enkel begeistert von all den Traktoren und Geräten. Aber auch die Oma enterte den einen und anderen Traktor.

Das kleine Enkelmädchen war übrigens wenig bis gar nicht interessiert, aber sie hat ja ihren Privatbauern, der sie durchs Dorf chauffiert 🙂

Obwohl das Wetter nicht so recht mitspielte, waren viele Besucher unterwegs – natürlich die meisten mit Kindern im Alter des Enkels. Noch mehr als die Maschinen und Fahrzeuge hat mich das Verhalten der Menschen fasziniert.

Wir waren um die Mittagszeit dort, und als wir nach unserem Gang durch den Maschinenpark Kuchen holen wollten, war der ausverkauft. Bratwürste hätte es eventuell noch gegeben (ewig lange Schlange), aber keine Brötchen mehr. Auch Eier, Nudeln, Dosenwurst, Saft und Alkoholisches fand reißenden Absatz.

Ich glaube ja nicht, dass all die Kuchenkäufer sonst keine Gelegenheit haben, sich mal ein Stück Torte zu gönnen, aber ich hatte das Gefühl, es liegt einfach Freude in der Luft. Freude, dass es wieder derartige Veranstaltungen gibt, Freude, wieder unter Menschen sein zu können. Trotz Familie und Kommunikationsmöglichkeiten über die verschiedensten Dienste, bleibt der Mensch ein Herdentier.
Bei meiner Schwester ist mir das schon aufgefallen und jetzt auch wieder bei einer Blogbekannten: Beide haben Arzttermine, und beide erzählen ausführlichst davon, jedes Gesprächsfitzelchen, jede Mimik, jede Reaktion des Gegenüber, vom Parfüm bis zur Kleidung, vom Nicht-Verstehen bis zur letzten Erläuterung, alles muss widergegeben werden. Weil wir über zwei Jahre lang mehr oder weniger isoliert waren? Vermutlich…

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Erste Früchte: Mieze Schindler

Ich bin auf dem Weg zum Selbstversorger. Nicht. Trotzdem freue ich mich über die ersten Erdbeeren, die ich gerade ernten konnte.
Vor ein paar Wochen sah ich eher zufällig bei Obi Erdbeerpflanzen, und da es nur diese im 6er-Tray gab (die anderen waren alle in 8er-Trays) und ich mit der Sortenbezeichnung durchaus was anfangen konnte, kaufte ich welche. Jetzt habe ich zwar weniger Töpfe für Blumen, aber frisch gepflückte eigene Erdbeeren schmatzen zu können, hat schon was. Selbstverständlich schmecken sie unvergleichlich lecker 😉

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