Bonn, Finale

Am Samstag, nachdem ich von meinem Altstadt-Bummel zurück war, habe ich Staubsauger und Feudel bemüht, um meine Spuren möglichst zu beseitigen und die Wohnung aufgeräumt zu hinterlassen.

Ich muss vor dem Einschlafen ein bisschen lesen. Ja, ein bisschen. Ich lese bis mir das Buch bzw. der E-Bookreader aus der Hand fällt. Bei meinem Sohn und meiner Schwiegertochter entdeckte ich im Bücherregal dieses Buch, von dem ich glaube, schon mal gehört/gelesen zu haben. Ein Krimi, super, von einem Blogger, obersuper.

Dass ich nicht den ganzen Wälzer schaffen würde, konnte ich mir denken, aber ich würde ihn halt bei nächster Gelegenheit zurückschicken oder -geben. Nun, nicht nötig. Habe nur bis Seite 32 gelesen 😉

Am Sonntag habe ich das Katerchen verlassen und mich in den Zug nach Hause gesetzt. Da gönne ich mir immer einen Kaffee für 3 Euro – mit doppelt Milch und doppelt Zucker.20180909_134126

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Buxtehude und Bonn

Ich bin ja gerade zur richtigen Zeit in Bonn, um auch ein bisschen Kultur mitzunehmen. Denn was den Buxtehudern ihr Märchen vom Hasen und Igel bedeutet, bedeutet den Bonnern ihr Beethoven 😉

Das Rathaus ist beflaggt, Banner sind über die Straßen gespannt und Straßenmusikanten stimmen die Passanten auf die „richtigen“ Veranstaltungen und Konzerte ein: Es ist Beethovenfest.

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Ja, und jetzt kann ich den Clou gar nicht anbringen *heul*. Ich hab so ein schönes Video von zwei Straßenmusikanten, einem Geiger und einer Cellistin, die die Menschen ringsum zum Stehenbleiben, Staunen, Applaudieren und Geld-in-den-Cellokasten-werfen bringen. Mich auch. Als Klassikkennerin *räusper* schießt mir durch den Kopf: Die spielen doch „Eine kleine Nachtmusik!“ Aber ich lasse mich verunsichern und schließlich umstimmen, als neben mir eine Bonnerin(?) singt: „Die habön den Zeitjeist ergannt unn spielön heuuute den Beethooovön.“
Später schicke ich meiner Schwester das Video mit dem Hinweis auf das Beethovenfest, und sie schreibt mir postwendend zurück. „Hab die Pointe schon verstanden.“ Also doch!

Jetzt bin ich extra nochmal in die Altstadt, wollte wenigstens ein Foto von den beiden Künstlern machen, aber sie waren nicht mehr da. Und ich bin zu doof, um aus einem Video ein einzelnes Bild rauszukopieren. Mist! Bei meinem Sohn wäre das mit zwei Klicks erledigt. Oder ich frag Alexa *grübel*

Zurück zur Überschrift …

Was den Buxtehudern Bacardi ist, ist den Bonnern Haribo.
Bin heute endlich mal in den Haribo-Store beim Bahnhof, hab mich umgesehen und ohne das Portemonnaie zu öffnen wieder raus.

Alles Haribo …

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4. Tour 2018: Jütland, Dänemark

Wir waren vom 7. bis 23. August unterwegs. Dänemark war diesmal unser Reiseziel, an der Nordsee hoch bis Skagen und an der Ostseeküste zurück.

Screenshot (1)

Q = Zuhause B = Stade C = Glückstadt
D = Neufeld E = Rømø F = Ringkøbing
G = Haverslev Havn H = Skagen I = Kvissel
J = Egå K = Julesminde L = Årøsund
M = Wackerballig N = Damp O = Pelzerhaken
P = Beckerwitz Q = Zuhause

Dienstag, 7. August 2018
Natürlich wollen wir uns nicht durch Hamburg quälen und nehmen daher die Elbfähre von Wischhafen nach Glückstadt. Auf der Fähre zu sein, ist schon mal ein guter Urlaubsstart 🙂

Eine Internet-Freundin hat mir mal von Neufeld vorgeschwärmt, der Stellplatz soll ganz toll sein und in der Kneipe soll es die besten Fischbrötchen ever geben. Na gut, wir kommen nach 16 Uhr in Glückstadt an und steuern den Platz in Neufeld, Ann’n Hoven, an. Es ist so wahnsinnig heiß, und es geht kein Lüftchen. Immerhin spendet uns das Wohnmobil Schatten und ein Eimer Wasser erfrischt unsere Füße.

 

Mittwoch, 8. August 2018
Wieder so unerträglich heiß.

Heute wollen wir Rømø anfahren. Auf Facebook wurde schon oft von dem Stellplatz Oasen geschwärmt, wir haben ihn im Internet angesehen und finden ihn super. Glück haben wir außerdem, es sind nur noch zwei Plätze frei und wir ergattern den vorletzten!

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Stllplatz Oasen auf Römö

Donnerstag, 9. August 2018
Nach dem Frühstück packen wir die Sachen zusammen, ziehen das Stromkabel und fahren zum Strand. Es ist recht windig und angenehm kühl. Leider ist das Wasser kilometerweit weg, macht aber nichts.

 

Wir fahren zum Einkaufszentrum, schauen uns in einigen Geschäften nach einer Sommerjacke für J. um und essen endlich das oberleckere dänische Softeis. Höchstens Norwegen kommt an diese Leckerei ran, alles was in Deutschland als Softeis oder dänisches Eis verkauft wird, ist ein mieser Abklatsch.

Wieder zurück auf dem Stellplatz, wird es uns nach einiger Zeit auch hier zu windig und wir verziehen uns nach innen.

Nachts stürmt es ganz schlimm. Ich werde um zwei Uhr wach und habe richtig Bammel. Und wundere mich, dass J. oben im Alkoven so ruhig vor sich hin schnarchen kann. Als ich gegen halb fünf denke, es hört auf zu stürmen, dreht sich der Wind und jetzt geht die Post erst richtig ab! Jetzt wird auch J. wach. Nach kurzer Zeit entschließt er sich, das Wohnmobil gegen den Wind zu stellen. Als wir rausgehen, sehen wir unseren besorgten Nachbarn, der richtig dankbar wirkt, als ich ihm sage, dass mein Mann das Womo dreht. Er tut es uns gleich, ebenso der Nachbar gegenüber 😊

Freitag, 10. August 2018
Eine aufregende Nacht, die mir den ganzen folgenden Tag in den Knochen steckt, haben wir hinter uns. Wir wollen weiter.

Zunächst visieren wir Hvide-Sande an. Eigentlich habe ich diesen Ort in schlechter Erinnerung, aber was soll’s. Es gefällt uns nicht auf den Stellplätzen dort (vielleicht hat J. ja auch keine so angenehmen Erinnerungen…), daher fahren wir nach Ringkøbing, wo wir vor einigen Jahren schon mal waren.

Ein schönes Fleckchen ist Ringkøbing, aber auch teuer (geworden?), 150 DK.

Wir bummeln ein wenig durchs Städtchen und schlemmen ein Softeis, und wir genießen es, immer eine Internetverbindung zu haben.

Samstag, 11. August 2018
Nachts regnet es und die Temperaturen gehen weiter zurück. Wir setzen unsere Tour fort und halten in Thorsminde an, ziehen lange Hosen und Jacken an und gehen spazieren. Puh, kalt! Strammer Wind! Ungemütlich! Gott sei Dank können wir wieder ins warme Wohnmobil.

Weiter geht es Richtung Hanstholm, schon auf der Suche nach einem Stellplatz, aber bisher erfolglos. Schließlich landen wir in Fjerritslev, Haverslev Havn und sind sehr glücklich. Wir sind übrigens in der Jammerbucht.

Sonntag, 12. August 2018
Wir haben absolut nichts zu jammern in der Jammerbucht.

Geschlafen haben wir hervorragend, die Internetverbindung steht, das Wetter ist bestens. J. macht den Umschlag mit dem Geld für die Übernachtung fertig, nachdem der Hafenmeister auch jetzt nicht da ist.

Ich gehe mit Jumper noch ein wenig rum und versuche nochmal, die so angenehme, entschleunigende Stimmung einzufangen und aufzunehmen.

Dann geht’s wieder on the road. Skagen wollen wir heute erreichen und uns anschließend nach einer Bleibe für die Nacht umsehen.

Es ist wenig Verkehr, und wir nehmen die Autobahn, so sind wir in etwa zwei Stunden dort. Wir fahren in den Hafen und sparen uns die Parkgebühren, indem wir auf einem Seitenstreifen vor dem Hafengelände parken. Beim Aussteigen kommt einem schon der Fischgeruch entgegen, der mich an die Lofoten erinnert. Ich hatte Gedrängel, Hektik, viele Autos und Menschen erwartet, aber es ist erstaunlich ruhig, fast schon gemütlich.

Nach dem Bummel durch den Hafen fahren wir an den Strand. Rechts, ganz klein im Hintergrund ist die Säule zu erkennen, die das Zusammentreffen von Nord- und Ostsee markiert.

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Interessant zu sehen sind auch die aufgereihten Schiffe, die auf die Einfahrt in den Hafen warten.

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Zum Übernachten sind wir in Kvissel abseits der Küste auf einem Bauernhof gelandet. Das ist nördlich von Frederikshavn, schon an der Ostsee.

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Stellplatz in Kvissel, Nähe Frederikshavn

Als wir der Bäuerin erzählen, dass wir mit dem Hund spazieren gehen wollen, zeigt sie uns den Weg durch einen Wald, der zu einem Badeteich führt. Schön, trotzdem verzichten wir auf ein Bad.

 

Montag, 13. August 2018
Laut Wetter-App ist nur noch dieser obere Zipfel ohne Wolken und ohne Regen. Trotzdem fahren wir nach Süden weiter. Prompt wird es dunkler, auch der Regen lässt nicht auf sich warten.

Na gut, wir sitzen warm und trocken im Auto und tuckern halt weiter. Nach ein paar Fehlversuchen, also die Stellplätze hielten nicht das was sie im Buch versprechen, landen wir in Handsund. Der Platz hier liegt an einem Freizeithafen, kostet 130 Kronen und hat außer Dusche/WC und einem schönen Blick nichts zu bieten.

Dienstag, 14. August 2018
Wir fahren weiter Richtung Süden und entscheiden uns beim ersten Versuch hierzubleiben, in Egå, das liegt in der Nähe von Aarhus. Wieder ein Segelhafen, wieder teuer, aber diesmal mit Entsorgungsmöglichkeit und Wasser.

Reg mich ein bisschen auf, weil ich Softeis kaufen will, aber die Maschine kaputt ist und ich mich überzeugen lasse, das echt gute Kugeleis zu kaufen. 28 Kronen zwei Kugeln, das sind fast 4 € für diese läppischen zwei Kugeln.

Mittwoch, 15. August 2018
Weiter geht’s.

Heute landen wir in Juelsminde, auch wieder ein Segelhafen. Fotos von Schiffen erspare ich mir heute, die sehen für mich immer gleich aus. Aber immerhin ist hier ein schöner Strand, in dem wir ein bisschen die Füße nass machen. Jumper ist am mutigsten und geht ins Wasser, uns ist es zu kalt.

Auf dem Stellplatz, der zum Campingplatz gehört, checken wir ein, und nach dem Abendessen gehen wir zum Hafenfest. Bin gespannt.

Auf den Pfählen sitzen junge Leute, keine Ahnung warum und wie sie überhaupt hier hoch gekommen sind.

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Nicht viel los auf dem Hafenfest. Wir kaufen uns ein Softeis für 25 Kronen und gehen wieder zum Wohnmobil. Langsam nerven mich all die Segelschiffe und Motorboote, und das Softeis schmeckt auch nicht mehr.

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Ich habe seit 2,3 Tagen Pusteln an Armen und Beinen. Dachte zuerst an Flöhe oder anderes Ungeziefer, aber inzwischen denke ich an eine Allergie. Jedenfalls jucken diese Dinger wie wahnsinnig und verderben mir zusätzlich die Laune. Grrrr ….. heute ist nicht mein Tag.

Der Stellplatz hier in Juelsminde ist ja sowas von trostlos! Da der Strom extra kosten würde, verzichten wir darauf, und aus lauter Angst, dass die Batterien nicht genug Saft haben, gibt es Fernsehverbot 😊

Donnerstag, 16. August 2018
Das Wetter geht so. Es bleibt trocken, und wirklich kalt ist es auch nicht.

Jetzt sind wir in Årøsund, wieder ein Segelhafen, liegt südöstlich von Kolbing an einem Sund, also einer Flussmündung. Alles sehr gepflegt und großzügig angelegt.

Freitag, 17. August 2018
Wir sind wieder in Deutschland. Unsere Dänemarkreise war also wesentlich kürzer als vorgesehen, was aber nicht nur am Wetter lag, sondern auch daran, dass an der Ostseeseite nicht so schöne Badestrände wie an der Nordsee sind. Die ewigen Jacht-/Segel-Freizeithäfen haben mich dann auch nicht mehr beeindruckt.

So, da sind wir also wieder. Erste Station ist Wackerballig. Ironie? Zufall? Es ist wieder ein Jachthafen, allerdings wesentlich günstiger als in Dänemark. Ich marschiere also den weiten Weg zum Hafenmeister, um 9,50 € inkl. Strom zu bezahlen.

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Weiter Weg zum Hafenmeister

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Stellplatz in Wackerballig

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Samstag, 18. August 2018
Auf Facebook haben wir schon öfter von Damp gelesen, der Platz soll toll sein. Also steuern wir ihn an und haben das Glück, einen ganz herrlich großen Platz zu bekommen. Ein Eckplatz, ganz viel Wiese und eine geschotterte Fläche, auf der das Wohnmobil steht. Ähnlich angelegt wie der Platz auf Rømø, auch ähnlich teuer, 15 € inkl. Kurtaxe, Wasser muss man extra bezahlen, Dusche auch, Strom auch, dazu braucht man Münzen, was wir aber erst realisieren, als nach einiger Zeit der Strom weg ist.

Der Platz ist groß und gut belegt, wir grillen, gehen mit Jumper spazieren, sehen uns im Ort um, gucken lange fern und fühlen uns wohl, obwohl das Wetter nicht gerade hochsommerlich ist.

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Stellplatz in Damp/Ostsee

Sonntag, 19. August 2018
Wir schlafen sehr lange und können uns nicht entscheiden, ob wir einen anderen Platz suchen oder doch noch bleiben wollen. Letztendlich bleiben wir doch.

Gestern habe ich gesehen, dass sonntags die Geschäfte von 12 bis 18 Uhr geöffnet haben, außerdem habe ich Sommerjacken gesehen. J. möchte ja eine haben und hat schon in Dänemark hunderte probiert, sich aber für keine entscheiden können.

Wir laufen also die angeschriebenen 500m zum Hafen, und gleich im ersten Laden wird er fündig und kauft auch eine wirklich hübsche Jacke, die wie angegossen passt.

Dann bummeln wir an der Strandpromenade entlang, essen ein Backfischbrötchen, kaufen bei Edeka ein und machen uns auf den Rückweg. Zurück fahren wir mit dem Shuttle-Bus, der alle 20 min fährt. Praktisch und angenehm….

Künstlermarkt im Hafen, aber nichts dabei was uns begeistert.

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Als wir zurückkommen, haben wir neue Nachbarn. Davon habe ich hier schon erzählt 😀

Montag, 20. August 2018
Der Platz ist ganz schön leer geworden. Wir wollen heute auch weiter, müssen an der Entsorgungsstation eine Weile warten, weil nur eine Wassersäule in Betrieb ist.

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Nach Rømø und Damp wollen wir den nächsten ADAC-Top-Platz anfahren, nämlich Pelzerhaken, auch an der Ostsee, Nähe Grömitz.

Das Wetter ist super, aber der Platz enttäuscht mich sehr. Im Vergleich zu den beiden anderen Top Plätzen ist es hier vergleichsweise eng und klein, zu wenig Stromanschlüsse, Schranke an der Ein- und Ausfahrt. Man muss erst am Automaten bezahlen und sich die Servicekarte ausstellen lassen, bevor man auf den Platz kann.

Aber wir finden einen Platz neben dem „großen Bruder“, einem Ahorn Canada und der Weg zum Strand ist nicht weit. Allerdings sind Hunde nur etliche hundert Meter weiter erlaubt, was uns zu weit ist, und außerdem haben wir keine Strandmarken gekauft. Kontrollen wird es wohl kaum geben, dazu sind einfach zu wenig Menschen hier, aber trotzdem ….

Dienstag, 21. August 2018
Der Abschied von Pelzerhaken fällt uns nicht schwer. Aber nach Hause wollen wir noch nicht, denn ab Mitte der Woche soll das Wetter schlechter werden.

Wir fahren jetzt nach Mecklenburg-Vorpommern und finden in Beckerwitz, ca. 15 km westlich von Wismar, einen kleinen Campingplatz direkt an der Ostsee. Sehr schön hier!

Donnerstag, 23. August 2018
In Beckerwitz bleiben wir zwei Nächte, genießen das schöne Wetter und die schönen Wege zum Gassigehen, kaufen im Kiosk dort sogar mal frischen Käsekuchen und plantschen im warmen, seichten Ostseewasser.

Die Heimfahrt verläuft gut, kein Stau um Hamburg, aber die Autobahn ist doch voll und es ist hektisch. J. ist ganz schön k.o. als wir gegen 13 Uhr zu Hause eintreffen.

Wir räumen schnell das Womo aus und ich werfe die Waschmaschine an, so dass wir abends schon in frischen Betten schlafen können.

Als ich mit Jumper unseren vertrauten, üblichen Weg gehe, werde ich angelächelt. Das freut mich 🙂

 

 

Fazit:
Es waren schöne 16 Tage, ruhig und komfortabel. Wir haben diesmal nur auf recht teuren Stellplätzen übernachtet, alle zwischen 10 und 30 Euro, insgesamt kostspielige zwei Wochen also, aber wie gesagt, unstressig und gut. Wie in Skandinavien seit Jahren üblich, hatten wir überall Internet. Jeder noch so kleine Hafen, zack, war man verbunden. Das klappt übrigens auch in Spanien, Frankreich, Portugal usw. besser als in Deutschland.

Gefahren ist J. ca. 1700 km, und laut Routenplaner wäre diese Strecke in 23 Std. zu schaffen 😊

Ruhig und komfortabel…. auch ziemlich langweilig im Vergleich zu den großen, spannenden Reisen, die wir anfangs unternommen haben. Wir übernachten nicht mehr auf irgendwelchen Parkplätzen, suchen nach einer Möglichkeit zum Entsorgen und Frischwasser tanken. Wir legen Wert auf einen sicheren Stellplatz, vor allem J. ist nicht mehr unbefangen, lässt sich von Einbruchs- und Überfallmeldungen etwas ängstigen. Wir gehen nicht mehr auf Entdeckungsreisen, wir bleiben in sicherer Entfernung von zu Hause. Längere Strecken zu fahren, dazu sind wir nicht mehr frisch genug. Die Stellplätze, die wir jetzt gewählt haben, haben fast den Standard von Campingplätzen – und Campingplätze mag ich doch gar nicht!
Eigentlich ist es Quatsch, sich jetzt noch ein Wohnmobil zu leisten. Wenn wir ein- oder zweimal im Jahr eine Ferienwohnung mieten würden, kämen wir wesentlich günstiger davon. Andererseits ist das Wohnmobil halt auch das eigentlich einzige Hobby, das mein Gatte hat. Er kann ja wochenlang nach einem Lüfter für den Kühlschrank suchen oder dem günstigsten Fernseher…..

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Katzensitting

Meinen Job als Katzensitter habe ich am Sonntag gleich mal vernachlässigt und bin nach Köln gefahren. Dort habe ich mich mit einer alten (jaja, halt auch nicht mehr so ganz frisch an Jahren, und wir kennen uns schon recht lange) Freundin getroffen. Waren ein paar schöne Schnatterstunden bei Käffchen, Kölsch und Dom, und ich denke, der Kater hat mich nicht vermisst 🙂

 

Jetzt haben wir uns aneinander gewöhnt. Meinen Lieblingsmenschen habe ich schon diese Bilder geschickt:

Genieße die Zeit, in der du nicht mit Jumper Gassi gehen musst!
Genieße die Tage ohne Ehemann, wo dir die Fernbedienung gehört!
Genieße die Badewanne!

Diese und ähnliche Wünsche treffen tatsächlich zu. Heute kam jedoch eine WhatsApp einer Freundin, die schrieb: „Viel Spaß mit dem Kater und genieße die Ruhe.“
Da musste ich dann doch richtigstellen, dass die Katze mehr Lärm als Jumper macht und mehr als mein Gatte erzählt. Von wegen Ruhe! Aber immerhin möchte der Stubentiger keine Bratkartoffeln essen 🙂

Und dann habe ich heute ein Foto bekommen, das ist so süß, das muss ich zeigen, obwohl es nichts mit Katzen, Bonn, Köln oder Alexa zu tun hat. Es ist mein Enkel, der mit seinem Freund zur Kirchweih geht.

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Bonn digital

Gut eine Woche war ich nun nach unserem Dänemarkurlaub zu Hause, seit gestern bin ich für eine Woche als Katzensitter in Bonn. Ich bin also sozusagen eine Reiseoma zur Zeit 🙂

Zuletzt hatte ich diesen Job vor vier Jahren, daher musste mich mein Sohn wieder auf den aktuellen Stand bringen was die Katzenbetreuung und technischen Geräte im Haushalt betrifft. Glücklicherweise hatte er noch eine Anleitung, die er mir vor vier Jahren geschrieben hatte, so dass ich die Funktion des Kaffeeautomaten und des Fernsehers nachlesen kann. Dass ich das Licht aber von Alexa einschalten lassen muss, ist für mich neu, und ich komme mir auch ein bisschen komisch vor, wenn ich den schwarzen Zylinder anschaue und sagen muss „Alexa, schalte das Licht im Wohnzimmer auf 60%“, oder „Alexa, schalte das Licht im Esszimmer aus“. Witzig finde ich aber seine Aussage: „Falls es zu kalt werden sollte, musst du mir halt eine Nachricht schicken, damit ich die Heizung anstelle.“ Die Heizung wird über sein Smartphone gesteuert, was dann von Madeira aus geschieht 😀

Seine Firma heißt übrigens Bonn.digital. Mehr muss ich dazu nicht erzählen ….

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Rücksicht nehmen!

Nehmt doch Rücksicht! Da musst du doch Rücksicht nehmen!

Das wurde mir/uns schon immer eingebläut. Nicht einfach vor der Tür stehen, sondern darauf warten, bis man eingeladen wird. Nicht einfach anrufen, sondern auf die Uhr zu gucken, ob die Zeit passt (nie zur Tagesschau anrufen), nicht einfach Limo einschenken, sondern fragen, ob jemand davon möchte….

Hat bestimmt seine Berechtigung, aber manchmal ist diese Rücksichtnehmerei auch hinderlich, vor allem, wenn beide Seiten Rücksicht nehmen 🙂

Wir waren ja mit dem Wohnmobil unterwegs, und unsere erste Station war in Neufeld, gleich neben Brunsbüttel. In Brunsbüttel lebt meine liebe Babs, mit der ich virtuell sehr eng verbunden bin, sie in Echt aber erst zweimal getroffen habe. Wäre doch eine super Gelegenheit, sie mal wieder zu umarmen, zumal sie mir den Tipp mit dem Stellplatz gegeben hatte, dachte ich mir.

In Neufeld angekommen, fing ich an nachzudenken. Wie melde ich mich?
Anrufen? Ach nein, sie ist bestimmt im Garten oder einkaufen oder muss für ihre Familie kochen oder, oder, oder.
Eine WhatsApp also. Huhu, wir sind in Neufeld. Kannst du kurz mal vorbei radeln? Ach nein, womöglich mache ich ihr Stress. Unter Druck setzen möchte ich sie nicht.
Also schreibe ich nur, dass wir unterwegs nach Dänemark sind und jetzt in Neufeld übernachten.

Und was antwortet meine Babs? Gar nichts. Sie liest die Nachricht nicht mal.
Aha, denke ich, sie ist gar nicht zuhause. Schade!
Am nächsten Tag kommt von ihr die Antwort: „Ich hab mich nicht getraut zu fragen, ob ich mit dem Rad vorbeikommen soll. Jetzt ärgere ich mich.“

Manno, keine wollte die andere stressen, und was ist das Resultat? Eine verpasste Gelegenheit! Sind wir blöd!

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Herrjott im Himmel

Wir sind zur Zeit mit dem Wohnmobil unterwegs. Und manchmal erlebt man echt was Lustiges.

Gestern sind wir auf einem recht luxuriösen Platz angekommen. Sehr großzügig angelegt, sehr gepflegt, richtig zum Wohlfühlen. Wir haben einen Eckplatz erwischt, links von uns stand ebenfalls ein Rentnerpaar, die Wohnmobilisten rechts von uns sind am Morgen abgereist. Heute waren wir im Ort bummeln und ein bisschen was einkaufen, und als wir zum Platz zurück kamen, begrüßte uns die neue Nachbarin und sagte, dass sie lieber unseren Platz gehabt hätten oder den Platz links von uns. Sie bleibt auf der Lauer, wenn einer von uns weg fährt. Es sind Berliner.

Später am Nachmittag fahren tatsächlich unsere linken Nachbarn weg. Sie sind noch nicht richtig raus, schon schiebt die Neu-Nachbarin ihr Fahrrad auf den Platz. Kurz drauf fährt der Mann los, rangiert, und stellt sich nicht auf den mit Fahrrad markierten Platz, sondern einen daneben.

„Das ist doch der falsche! Hierher musst du doch!“ entrüstet sie sich. „Na gibt’s denn so was?“

Brav fährt er zurück, rangiert, steht nun auf dem Rasen.

„Das hier ist der Platz!“ keift sie nun und schiebt das Fahrrad weg.

Wieder setzt er zurück und startet einen neuen Versuch. Jetzt steht er halb auf dem Rasen und halb auf dem (richtigen) Kies.

„Nu steht er schon wieder falsch!“ ruft sie uns zu.

Der Gatte steigt aus und inspiziert die Lage. „Ik seh ja och nüscht“, begründet er und schiebt die Jalousie vom Beifahrerfenster zurück. Neuer Versuch. Diesmal besser. Noch ein Versuch. Noch ein Versuch. Nur noch einen Meter nach vorne.

„Meinetwegen. So kannste bleiben.“

„Herrjott im Himmel, wat haste dir dabei jedacht, als du die Frauen jeschaffen hast“, sinniert er in unsere Richtung. Ich kann nicht mehr. Mein Stuhl wackelt schon vor lauter Lachen…

Das Stromkabel muss er noch holen. „4 Euro rinjeschmissen, aba wir haben’s ja“, mault er und zieht den Stecker.

4 Euro? Da wird mein Gatte schlagartig wach. Wo hatte der sein Kabel drin????

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