Personengedächtnis mangelhaft

Der große Enkel war heute erfreulicherweise wieder einmal da. Seit er zur Schule geht, sehen wir ihn leider nicht mehr so oft wie die sechs Jahre zuvor. Er hatte seine Gummistiefel mitgebracht, damit er beim Hundespaziergang in den Acker neben den Wegen gehen kann. Was er absolut konsequent auch getan hat 🙂

Ich trottelte also den Weg entlang, während er sich in sicherer Entfernung vor meinem Gemecker durch den matschigen Acker wühlte. Ein Mann, ebenfalls mit Hund, kam mir entgegen – ein sehr schönes Tier, offensichtlich noch recht jung; im Vergleich zu unserem Senior wirkte er sehr quirlig und neugierig. Der Mann nahm die Leine kürzer, ich ebenso, da unserer jungen Hunden gegenüber nicht zuverlässig gutmütig ist. Wir gingen lächelnd und mit einem freundlichen „Hallo“ aneinander vorbei, wobei ich grübelte, weshalb mich dieser junge Mann gar so freundlich anguckte und weshalb er mir irgendwie bekannt vorkam.

„Ich weiß wie der Hund heißt“, sagte der Enkel, als wir kurz darauf in Sprech-Entfernung waren. Aha. Hatte sich der Mann wohl mit seinem Hund unterhalten – so wie ich es auch ständig mache: „Na siehst du, Jumper, der war doch ganz friedlich.“ So oder halt ähnlich intelligente Konversationen 😉

„Ich weiß auch wie der Mann heißt“, fuhr er fort. „Der ist aus Bargstedt.“
„Woher kennst du den? Und warum geht der dann hier bei uns mit seinem Hund spazieren?“
„Der heißt Andreas und Jannik hat jetzt Fußballtraining.“

Herrje! Andreas! Ich weiß gar nicht auf wie vielen Familienfeiern ich schon mit Andreas gesprochen habe! Seine Frau ist die Patin des Enkels.

Wie peinlich!
(Er hätte aber doch wirklich was sagen können.)

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Advent

Ein paar Fotos zum 1. Advent müssen sein, sonst hätte ich doch gar keine vorweihnachtliche Stimmung.

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Advent, Advent, noch gar kein Lichtlein brennt 🙂

Bei uns im Dorf war Weihnachtsmarkt. Wir haben einen kurzen Rundgang gemacht und uns ein Weilchen vor der Bude aufgehalten, wo der Stiefsohn mit einem Kumpel geräucherte Forellen und Aale verkauft hat.

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Aufregende Tage …

… liegen hinter mir. Irgendwie schwebe ich immer noch auf Wolke fünfundsechzig.

Anfang Oktober teilte mir meine Schwester mit, dass mein Bruder, meine Schwägerin und sie zu meinem Geburtstag anreisen würden. Zimmer seien bereits gebucht, und falls ich keine Lust auf (Familien-)Feier hätte, würden sie ohne mich ein paar schöne Tage im Dorf verbringen.

Keine zwei Wochen vorher hatte ich meinen Bruder angeraunzt, weil er überhaupt noch nicht bei uns im Norden war, und nun, da er sich das wohl zu Herzen genommen hatte und er als Neu-Pensionist auch Zeit hat, fühlte ich mich doch überrumpelt und etwas verschreckt. Leicht panisch erzählte ich das meinen Kindern, die sofort begeistert waren. Keine fünf Minuten später gab mein Sohn Bescheid: „Wir kommen auch, Zimmer ist gebucht.“ Meine Tochter bat: „Gib mir zwei oder drei Tage Zeit, ich muss das mit meinem Mann besprechen, wenn er wieder zurück ist.“ Dann kam auch von ihr die Nachricht: „Zu dritt  klappt nicht, aber ich komme allein.“ Die Kinder meines Mannes mit Familien sagten auch gleich zu, so dass ich in unserer Dorfkneipe (die in Wirklichkeit ein Hotel mit gutbürgerlicher Küche ist) für 14 Personen reservieren konnte.

Ich bin sehr froh und es ist ja gar nicht selbstverständlich, dass die Patchworkfamilie so gut funktioniert! Die Stimmung beim gemeinsamen Essen und den ganzen Abend über war hervorragend.

Am nächsten Tag war bei uns „offene Tür“, es gab keine gedeckte (Kaffee-)Tafel, jeder kam wie es ihm in den Tagesablauf passte, und auch da verlief der ganze Tag fröhlich und harmonisch.

Mein Sohn und meine Schwiegertochter mussten leider nach nur 24 Std. schon wieder nach Hause, meine Tochter konnte aber zwei Nächte hier sein, was mich besonders gefreut hat. Nachdem ich sie schließlich doch in den Zug steigen lassen musste, fuhr ich mit Schwesterchen, Bruder und Schwägerin ins Alte Land. Zum einen, um Äpfel zu kaufen, zum anderen, um den Nordbayern einen Eindruck von der Umgebung zu vermitteln.

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Während wir Frauen den Kofferraum mit Äpfeln beluden, sauste mein Bruder mit seiner Kamera durch Jork, fotografierte wohl jedes Fachwerkhaus und war sehr beeindruckt von den Prunkpforten, noch bevor er wusste was es mit diesen Prunkpforten auf sich hat.

Anschließend fuhren wir an die Elbe. Am Lühe-Anleger, an dem sich im Sommer die Ausflügler um die Parkplätze fast prügeln, waren wir das einzige Fahrzeug. Von all den Verkaufsbuden hielt eine einzige die Stellung, und der Parkplatz war teilweise verschlammt und voll mit Unrat, den die Elbe am Tag zuvor bei Hochwasser ausgespuckt hatte.

In Buxtehude blieben die Menschen an diesem trüben, regnerischen Tag auch lieber in der warmen Stube, so dass wir am Fleth, direkt vor dem Wollgeschäft einen Parkplatz fanden. Meine Schwägerin und meine Schwester interessierten sich nur mäßig für die schönen alten Häuser oder das Fleth, sie wurden wie von Zauberhand in den Laden gezogen. Zufälligerweise brauchte meine Schwägerin unbedingt eine Zopfnadel 🙂
Mein Bruder und ich gingen in dieser Zeit auf Fotosafari: Hase und Igel, aber auch „richtige“ Fotos.

Am nächsten Morgen traten auch sie die Heimfahrt an. Schade! Eine vierte Nacht hätten sie sich schon noch gönnen können. Aber sie haben vorgeschlagen, im Frühjahr noch einmal zu uns Nordlichtern zu kommen.

Wenn es ihnen jetzt im November bei typisch grauem, nieseligem Wetter schon gefallen hat, wie begeistert werden sie erst sein, wenn die Kirsch- und Apfelblüte ist, wenn die Sonne scheint, wenn sich die Ausflügler an der Elbe tummeln, wenn wir in Hamburg an den Landungsbrücken Kaffee trinken und die Elbphilharmonie besichtigen können… hach…

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Oma hat Hermes

Die Enkelin ist da. Nach dem ersten Wirbelsturm, den sie grundsätzlich erzeugt, wenn sie kommt und durch die Wohnung fegt, schaut sie mich fragend und leicht angewidert an.
„Was hast du denn da am Mund?“ möchte sie wissen.
„Ich war erkältet und da hab ich so Fieberbläschen bekommen. Herpes.“

Frage beantwortet und Antwort akzeptiert, sie kann sich wieder ihrer Schatzkarte widmen.

„Ich muss Mama mal ne Nachricht schicken“, verkündet sie, schnappt sich mein Handy, geht auf WhatsApp, findet den richtigen Kontakt und drückt auf das Mikrofon.

„Mama, ich muss dir was sagen: Oma hat Hermes.“

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Der Herbst …

… gefällt mir. Der November übrigens auch, aber das gehört jetzt nicht hierher 🙂

Vor allem gefällt mir der Herbst seit es diese unsäglichen Maisplantagen gibt. Endlich habe ich wieder Weitblick! Also rein auf das Optische bezogen 😉

Vor einigen Tagen hatte ich ja noch diese Aussicht, wenn ich meine Hunderunde drehte:

Aber natürlich mag ich – wie wohl jeder – das bunte Laub.

Ich genieße jetzt auch wieder unser unspektakuläres, um nicht zu sagen langweiliges Leben. Außer den Hundespaziergängen und den halt üblichen Haushaltsverrichtungen wohne ich hauptsächlich das Sofa ab. Stricken, fernsehen, lesen, ein bisschen im Internet rumstöbern und daddeln, das gefällt mir zur Zeit ganz gut. Auch das Kochen – Eintöpfe vor allem – gehört jetzt wieder zu angenehmen Beschäftigungen.

In dieser trödeligen Zeit wird der Besuch des großen Enkels glatt zur Action 😀

Gestern waren wir Zeuge einer Baumfällaktion im Nachbargarten, das war nicht nur für uns ein Ereignis. Der Enkel war einfach nur hingerissen vom Krach der Kettensägen….

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Am Nachmittag ging es weniger aufregend zu, dafür war das Tüftlerhirn gefragt: Eine Uhr sollte mit Opas Hilfe zusammengebaut werden!

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Und das ist das Ergebnis:

Es ist eine mechanische Uhr mit Pendel. Für den Enkel ist es höchst interessant wie die Zahnräder ineinander greifen und sich drehen, und vor allem ist ihm total unverständlich, wie diese Uhr ohne Batterie funktionieren kann. Dass in dem roten Behälter (rechtes Foto, links neben dem Pendel) eine Feder ist, die aufgezogen wird, übersteigt noch sein Vorstellungsvermögen.

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Orange Sonne

Der Harrikan Ophelia und Saharasand haben eine orange scheinende Sonne verursacht. Leider ist die Qualität meiner Fotos so mies, dass es gar nicht so zu erkennen ist, daher o.g. Link. Den ganzen Tag blieb es bei uns trübe, obwohl die Sonne am Himmel stand. Sah interessant und gleichzeitig beängtigend aus.

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Multiknitting

Obwohl es mir meine Mutter von Kindheit an eingetrichtert hat, handle ich zur Zeit zuwider: immer eine Sache zuende bringen, dann erst was Neues beginnen. Bei Büchern halte ich mich daran seit ich lesen kann, bei Handarbeiten meistens auch. Nur diesmal kann ich mich nicht wirklich entscheiden, was ich zuerst zuende bringen soll….

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Mein Mann jammert über kalte Füße. Also habe ich mit dicken Socken angefangen.

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Meine Stiefschwiegertochter wünscht sich so einen Schlafsack für das jüngste Enkelchen. Also habe ich damit begonnen.

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Mein liebstes Projekt ist aber das hier. Es soll mal eine Jacke für mich werden.

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