Ablenkung

Seit ich nicht mehr meine tägliche Hunderunde gehe, habe ich mir angewöhnt, mit dem Rad ein bisschen rumzufahren, um meine neue Umgebung besser kennenzulernen, und gut tut mir die Bewegung natürlich auch.

Heute war ein besonders anstrengender Tag für mich, weil mein ältester Bruder, der vor zwei Wochen einen Schlaganfall hatte, eine schwere Operation vor sich hatte. So seltsam es klingt, aber vermutlich wäre der riesige Tumor in seinem Darm sonst gar nicht entdeckt worden und es wäre dann hoffnungslos gewesen. Gott sei Dank hat er die OP überstanden, und nun kann es nur noch aufwärts gehen.

Die Ablenkung hat sich für mich gelohnt, habe ich doch gleich drei wundervolle Motive entdeckt.

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Den Gegebenheiten anpassen 3.0

So, dann will ich mal. Nach 5 Monaten Pause hier möchte ich wieder aktiv(er) werden.

Nach einigen Jahren voller Zweifel, Bequemlichkeit, Ängstlichkeit, Unzufriedenheit, emotionalen Berg- und Talfahrten, ergab sich die Möglichkeit für einen Neustart.

Seit 2. April bin ich wieder in Franken. In einer schnuckligen, winzig kleinen 1-Zimmer-Einliegerwohnung mit herrlicher, großer Terrasse. Im Dorf, aus dem die Eltern meines Schwiegersohns stammen, wo er den Bauernhof seiner Großeltern übernommen hat und wo ich schon so viele wundervolle Tage mit meinem Enkel und meiner Tochter verbracht habe.

Bei all meinen bisherigen Orientierungs- und Informationsbemühungen war ich diejenige gewesen, die auf der Suche und somit Bittstellerin war, diesmal überraschte mich mein (da noch potentieller) Vermieter mit seiner Begeisterung: „Genau so jemanden wie dich wünschen wir uns! Wir wissen wer du bist, wir kennen die Familie, du hast Bezug im Dorf. Wir wissen, dass du die Wohnung nicht verkommen lässt und keine lauten Partys feierst. Wir wissen, dass du Kinder magst und wir uns keine Sorgen um unser Baby machen brauchen, wenn er mal bei dir auf der Terrasse steht.“ So kann’s auch gehen.

Die folgende Zeit war anstrengend, natürlich. Viel zu packen hatte ich letztendlich nicht, konnte weder das Doppelbett, noch die Couchgarnitur, noch die Wohnzimmermöbel unterbringen, auch nicht den Glastisch 😉 und das ersparte schlimme wer-bekommt-was-Debatten.

Meine Kinder waren zur Stelle, als ich sie brauchte – ganz selbstverständlich, ohne ein Wort der Bitte zu verlieren. Mein Sohn kam mit dem Transporter von Bonn und fuhr am Tag darauf nach Franken und wieder zurück nach Bonn. Meine Tochter kam mit dem Zug, und beide verstauten im Nu meine Habseligkeiten und nahmen mich unter ihre Fittiche.

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Ein letztes Mal am Bahnhof in Buxtehude, um meine Tochter abzuholen.

Trotzdem war und ist der Abschied schmerzhaft. Dreizehn gemeinsame Jahre im Norden, einen  Hundesenior, dessen Hauptperson ich bisher war, und natürlich die fünf Stiefenkel, die ich ins Herz geschlossen habe, denen ich so manche Träne trocknen musste und mit denen ich so viele unbeschwerte Stunden erlebt habe, all das ließ ich zurück.

Es sind halt doch immer zwei Seiten einer Medaille…. wobei ich nichts infrage stelle, ich bin sehr froh, wieder bei meinen Leuten, meiner Familie zu sein und merke erst so nach und nach wie sehr heimatverbunden ich doch eigentlich bin. Schon der Anblick der Zwiebeltürme hier oder die wunderbaren Ausblicke oder der Dialekt — alles ZUHAUSE 🙂

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Den Gegebenheiten anpassen 2.0

Nicht nur bei einem Glastisch oder anderen Möbelstücken ändern sich die Gegebenheiten und man sollte sich davon trennen.

Zur Zeit hadere ich mit allem Möglichen und schwanke zwischen Zertrampeln und Starre. Kürzlich habe ich dieses Gedicht gelesen, und es geht mir nicht mehr aus dem Sinn:

Ein Licht, es wartet vor der Tür,
die rechte Zeit ist jetzt und hier.
Kein Schein und keine Sachen,
Lassen unsern Sinn erwachen.
Weg mit neidischen Gedanken,
Besser eigene Wege gehen und Danken
(Monika Binder)

Da ich heuer kein Fitzelchen Weihnachtsdeko habe und ich nicht irgendwoher etwas Stimmungsvolles kopieren möchte, wünsche ich ganz schlicht, sachlich und schnörkellos

ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute für das neue Jahr 2019.

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Den Gegebenheiten anpassen

Als ich meinen Gatten vor ziemlich genau 17 Jahren zum erstenmal besuchte, stand in seinem Wohnzimmer (bestimmt 30 qm) eine schon sehr abgenutze Ledergarnitur, eine aus den 70ern mit geschnitzten Wangen und so, und ein Couchtisch, auch stilecht zu den 70ern passend, auch sehr rustikal und schwer und mit Flieseneinlage.

Gliücklicherweise musste ich ihn nicht überzeugen sich von diesen Schätzen zu trennen, im Gegenteil, er bat mich, neue Möbel mit ihm auszusuchen. Wir entschieden uns für eine blaue pflegeleichte Couchgarnitur und einen schicken Glastisch. Allen Unkenrufen seitens der Oma und den Stiefkindern zuwider, waren wir glücklich und zufrieden mit unserer Wahl …. bis wir in eine wesentlich kleinere Wohnung zogen, uns einen Hund anschafften und schließlich Enkelkinder rumkrabbelten. Seitdem ist das Sofa ständig versabbert und der Tisch sieht so aus:
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Echt lästig. Kaum geputzt, sind wieder Enkel hier und haben Spaß. Zeitweise decke ich frustriert eine Tischdecke drüber, was bei unserem 3-jährigen Enkel natürlich extrem kontraproduktiv ist.

Dann, vor einigen Wochen knackte der Tisch. Kurze Zeit später nochmal. Beim Wegstellen (zwecks staubsaugen) blieben zwei Beine stehen. Sah witzig aus, konnte so aber nicht bleiben. Kleben! Wir haben etliche Klebstoffe in Vorrat, nur offensichtlich keinen geeigneten für die Verbindung Metall-Glas. Bestimmt zwei Wochen lang experimentierten wir (der Gatte) rum und der Tisch stand so im Kinderzimmer:
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Heute, so entschied der Gatte, sollte er wieder ins Wohnzimmer. Mit losen Beinen zwar, aber ihn auszurangieren kam und kommt nicht infrage. Pure Geldverschwendung, findet der Gatte. Ich finde, das Teil hat seinen Dienst getan, und man kann sich gerne den Gegebenheiten anpassen und einen Fehlkauf (aus heutiger Sicht!) korrigieren.

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Börgersteig

Kürzlich war ich mit dem großen Enkel in der Stadt unterwegs. Als ängstliche, immer um das Wohl des Bengels besorgte Oma, ermahnte ich ihn (in der Fußgängerzone 🙈): „Nicht auf der Straße laufen!“
Ein paar Augenblicke später wieder: „Milan! Komm auf den Bügersteig!“ Wieder ein paar Minuten später: „Miiilan! Du musst doch auf dem Bügersteig laufen. Wir sind nicht im Wald!“

„Oma, warum sagst du immer „Börgersteig“?“
„Hmmm, ich kann auch Gehweg sagen, oder Fußweg. Kennst du das Wort Bürgersteig nicht?“
„Nö.“
Als wir um die Ecke bogen, strahlte er: „Jetzt weiß ich warum du immer Börgersteig sagst“ und zeigte auf den Bugerladen 🍔

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Kuchenwünsche

Letzte Woche hatte ich einen oberleckeren Bratapfelkuchen gebacken, den die beiden Enkel-Jungs schmatzend verputzten. Ob sie denn keinen möchte, wollte ich von der Enkelin wissen. „Ich esse nur Sandkuchen. Das könntest du wohl mal wissen,“ erwiderte sie genervt.

Gestern habe ich für heute wieder gebacken, einen Apfelkuchen und einen Sandkuchen.

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„Emily, ich habe extra für dich einen Sandkuchen gebacken“, konnte ich heute auftrumpfen, und mit Begeisterung holte sie sich zwei Stück und machte sich ans Werk. So sah ihr Teller aus, als sie fertig war …

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Ich verstehe nicht, dass man nicht ganz normal ein Stück Kuchen essen kann, ich verstehe erst recht nicht, dass man nur das Innere essen kann, ich würde das Kind aber aus tiefster Seele verstehen, wenn sie nur die Kruste essen würde. Na gut, so ergänzen wir uns bestens 🙂 🙂 🙂

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Milchtest

Wir haben die letzten Tage eine Milchtestreihe durchgeführt. Welche schmeckt am besten?

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Hintergrund:
Seit Kurzem haben wir im Nachbarort eine Milchtankstelle und können endlich Frischmilch zapfen. Wer keine geeignete Flasche hat, kann am Hofladen eine kaufen, das taten wir auch.

Testablauf:
Hofmilch vs. Vollmilch aus dem Tetrapack, da waren wir uns einig: Klares Plus für die Hofmilch.
Also zapfen wir nächstes Mal zwei Liter, sagten wir uns. Beim Hofladen kostet die Flasche 1,80 €, was uns zu teuer ist. Deshalb kauften wir im Supermarkt eine Glasflasche mit Inhalt für 1,35 €.
Hofmilch vs. Vollmilch von Landliebe fiel nicht so eindeutig aus, aber schließlich freuen wir uns, dass wir frische Milch, direkt vom Bauern bekommen können und wollen das Angebot nutzen.
Zwei Tage später fuhren wir ins Nachbardorf und wollten bei dieser Gelegenheit gleich Milch holen. Die Hofmilch-Flasche war leer, aber die Landliebe-Flasche noch nicht. Deshalb füllte ich den Rest in eine heiß ausgespülte Grappa-Flasche.
Hofmilch vs. Grappamilch war am erstaunlichsten. Obwohl ich die Grappaflasche heiß und gründlich gespült hatte, war ein sehr angenehmes deutliches Grappaaroma wahrzunehmen.

Fazit:
Eindeutiger Sieger ist die Grappa-Milch 🙂

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