Kultur hilft aus der Krise

Hurra! Ich bin geimpft. Gestern habe ich meine erste Dosis erhalten, und es geht mir prima. Keine Nebenwirkung, nicht mal den Pieks habe ich gespürt.

Als mir am Montagabend mein Handy mitteilte, dass ich beim Bayerischen Impfzentrum einen Termin vereinbaren könne, war ich schon ein bisschen aufgeschreckt. Jetzt also doch endlich mal! Ich folgte also den Anweisungen in der E-Mail, konnte meinen Termin buchen und den QR-Code abrufen. Diesen könne ich an der Anmeldung im Impfzentrum vor Ort am Handy vorzeigen und scannen lassen, ich könne ihn aber auch ausdrucken und in Papierform vorlegen. Natürlich machte ich beides – man weiß ja nie, ob nicht doch ein Verfahren versagt 😉

Gestern, also am Mittwoch, machte ich mich auf den Weg in die Kreisstadt. Zum Glück hatte ich die Örtlichkeit schon mal gecheckt und wusste, wo ich mein Auto parken kann, denn der Parkplatz war rappelvoll. Vor dem Einlass warteten etliche Menschen, aber es dauerte nur wenige Minuten bis zur Frage „Sie haben einen Termin?“, dem Fieber messen, Hände desinfizieren und Durchlass zur Anmeldung. Nervös war ich trotzdem, als ich vor der Tür stand.

Mein Schwiegersohn hatte mir schon erzählt, dass die Organisation und Ordner vom Kulturzentrum E-Werk Erlangen kommen – „hinter jeder Maske ist ein Kollege“. Dass Veranstaltungsfachleute keine Probleme mit dem Ablauf hatten, ist klar. Alle waren super nett und haben sofort registriert, wenn jemand Hilfe brauchte.

Der Slogan „Kultur hilft aus der Krise“ steht auf jedem T-Shirt der Helfer. Als ich schon geimpft war und im Beobachtungsraum meine 20 min. absitzen musste, nahm ich meinen Mut zusammen und fragte, ob ich den Slogan fotografieren dürfe. Der Mann wunderte sich zwar, stellte sich aber bereitwillig in Pose und pumpte sich noch ein wenig auf, als ich ihm sagte, dass mein Schwiegersohn auch zu seiner Zunft gehört.

Ich schwöre, der Mann hat zwar ein breites Kreuz, aber so extrem ist es in Wirklichkeit nicht. Vermutlich habe ich das Handy nach hinten gekippt und somit die Perspektive verzerrt 🙂

Das muss ich euch noch zeigen:
Zum Kulturzentrum gehört auch eine Gastronomie, und aus diesem Fondus stammt wohl dieser Beleg. Wenn die Wartezeit abgelaufen ist, wird die Nummer aufgerufen und man darf das Impfzentrum verlassen.

Kultur hilft aus der Krise
Über diesen Slogan könnte man lange philosophieren….

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Fortschritt = Wohlstand? Um welchen Preis?

Wieder mal ist die Coronapandemie der Anstoß zu meinen Grübeleien, aber auch mein „Rundgang“ durch verschiedene Blogs, die ich täglich sehr interessiert lese.

In den letzten 15 Jahren war ich kaum in Gaststätten. Nicht mal im Urlaub. Wir kauften bei Aldi, Lidl und anderen Discountern oder in Supermärkten ein, und ich kochte im Wohnmobil. Manchmal brauchten wir auch nicht einzukaufen, das war, wenn der Gatte Fisch aus dem Meer holte. Sowas von lecker, kann ich nur sagen…

Seit ich nun in einer 1-Zimmerwohnung lebe, wird das Kochen für Kinder und Enkel von meiner Ausstattung und vom Platz her problematisch. Essen gehen, wenn wir eine größere Runde sind, bietet sich also an. Zuletzt waren wir vor etwa 2 Jahren in einem gutbürgerlichen fränkischen Brauereigasthof: 12 Personen, 3 Vegetarier, 2 Hauptsache-viel-Esser, 3 Kinder, 4 Schaun-mer-mal-Esser. Es kamen alle zu einer zufriedenen Wahl, obwohl die Veggies seit Jahren damit leben, dass sie normalerweise Beilagen essen. „In a fränggischen Küch gibt’s bloß was G’scheits“.
So, und nun Corona. Die Lokale sind geschlossen. Beim 1. Lockdown war alles finster. Im Sommer klappte es mit der Außengastronomie und den Hygienekonzepten ganz gut, dann wieder Lockdown.
Da fingen die Gasthöfe endlich an, auch – wie die italienischen und Asia-Restaurants schon immer – Essen außer Haus anzubieten.
Ich habe dieses Angebot schon einige Male in Anspruch genommen, zumal es inzwischen auch für Vegetarier was gibt:

Und nun die Frage: Warum sind Sellerie-Schnitzel teurer als Schweineschnitzel? Was ist an einem Weißkohl mit weißen Bohnen wertvoller als an einem Schweinebraten? 5 Mozzarella-Sticks, paniert (typisches Convenience-Produkt) mit Endivien-, Gurken- und Rettichsalat für stolze 7,50 €?

Ist doch logisch. Wir wissen, dass Fleisch ein Billigprodukt ist. Wir wissen, wie die Tiere gezüchtet und gemästet werden, wie sie mit Hormonen aufgepumpt und mit Antibiotika auf den Beinen gehalten werden bis sie die Normgröße erreicht haben und in einem Schlachthof von osteuropäischen Billiglohnsklaven geschlachtet und zerlegt werden.

Jedermann – oder fast – kann sich nun täglich seinen Teller mit Fleisch vollpacken. Ist doch ein gewaltiger Fortschritt! Fleisch ist ein Stück Lebenskraft, hieß es mal.

Dass Bauern von 50 Mastsauen auf 500 und ein paar Jahre später auf 3.000 aufstocken mussten, um finanziell einigermaßen und mit Hilfe des Einkommens der berufstätigen Frau über die Runde kommen – hmmm, schade, aber man braucht ja billiges Fleisch, man gehört ja nicht zu den Reichen.

Auf der anderen Seite legen die Menschen – die „tierwohl und bewusst lebenden“ – immer mehr Wert auf hochwertiges Essen; nicht mal unbedingt Bio-Produkte, sondern vor allem regionale und saisonale Produkte. Mein Bruder z.B. verkauft seinen Honig mit dem Hinweis: „Kein Bio-Siegel, aber Bio-Qualität“.
Ein Cousin musste seine Metzgerei aufgeben, weil er mit den Supermarktpreisen nicht mehr mithalten konnte und quälte sich einige Jahre hinter der Frische-Theke eines Supermarkts ab, bis er vor Kurzem mit Tochter und Schwiegersohn ein neues Konzept entwickelte: Sie mästen die Tiere selbst, halten sie entsprechend artgerecht und können gar nicht alle Kundenwünsche befriedigen.
Selbst ein anderer Cousin, der seinen Bauernhof aufgeben musste, isst nun wieder Schweinefleisch, wenn er von A. was bekommt.
Mein Vermieter hat mir vor einigen Tagen seine erfolgreich reservierte Beute gezeigt:

Diesen „Fortschritt“ kann man in allen möglichen Bereichen beobachten.
Mein Vater war Bau- und Möbelschreiner. Als er sich Anfang der 1950er selbständig machte, ging es steil bergauf, das Wirtschaftswunder war ins Laufen gekommen. Aber nach 20 Jahren wendete sich das Blatt: Fenster und Türen wurden nicht mehr vom Schreiner gebaut, die gab es fertig zu kaufen. Möbel natürlich ebenso. War ja auch viel billiger, da Massenproduktion.

Die Lebensmittelläden, Metzgereien, Bäckereien, „gute“ Modehäuser und so weiter mussten den Billigprodukten in den Supermärkten, Discountern und Billig-Klamottenläden weichen.
Wer würde heute noch Porzellan von Hutschenreuther oder Rosenthal kaufen? Oder geschliffene Bleikristallgläser? Porzellan und Glas waren mal die Einkommensgaranten in der nördlichen Oberpfalz.

Jeder möchte am Fortschritt und Wohlstand teilhaben. Aber was ist der Preis dafür? Dass wir in diesem Maß die Erde nicht weiter ausbeuten können, ist jedem klar. Es gibt ja auch Lösungsvorschläge, von Herrn Tönnies zum Beispiel, der die Idee kundtat, man könne doch in Afrika Atomkraftwerke bauen und den Kontinent elektifizieren, dann hätten die Menschen Licht und würden nicht die Dunkelheit nutzen, um Kinder zu produzieren.
Die Pille kostenlos an die Frauen der Dritten Welt zu verteilen, ist auch so eine geniale Idee.

Nachtrag:
Heute, 13. April 2021, 19:40 Uhr, zeigt Arte einen Beitrag zu diesem Thema unter dem Titel „Arme Sau“, auch in der Mediathek abrufbar.

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Pling

Ich bin ungeduldig. Ich bin grantig. Ich möchte auch geimpft werden! Inzwischen bin ich die Einzige in der Familie meiner Generation, die noch nicht geschützt ist. Täglich warte ich auf das Pling der sms-Benachrichtigung, dass ich einen Termin vereinbaren kann. Registriert bin ich schon seit Januar, und ich hab schon x-mal meine Daten geprüft und aktualisiert. Auch beim Hausarzt habe ich mich angemeldet. Aber nix passiert, heul.

Eben zuckte ich zusammen. „Pling“ gab mein Handy von sich. „Anna möchte mit dir Kontakt aufnehmen“, las ich in der Vorschau. Hektisch kontrollierte ich meine E-Mails: Nein, keine Benachrichtigung des Impfzentrums…. Dann klickte ich doch auf das sms-Zeichen und las weiter: „Anna möchte mit dir ins Bett gehen….“ Mehr wollte ich nicht mehr wissen und löschte die Nachricht.

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Frohe Ostern

Bevor ich in die Kreisstadt zur Feier der Aufstehung Christi fuhr, hielt ich hier am Dorfbrunnen. Dieser fränkische Brauch wird auch bei uns im Dorf gepflegt, und so kann man jedes Jahr den Osterbrunnen bewundern.

Wie zu Weihnachten auch schon, konnte wegen der Coronapandemie und der damit verbundenen Auflagen dieser Festgottesdienst nicht in der Kirche stattfinden. Die Christmette fand auf dem Marktplatz der Kreisstadt statt, nun hatte man einen geeigneteren Ort gefunden, nämlich den Schlosshof.

Natürlich war ich auch gestern viel zu früh dort, was aber den Vorteil hatte, dass ich ein Bild vom noch leeren Hof knipsen und mir den besten Platz aussuchen konnte.

Die Qual der Wahl….
Am Pool reserviert man seine Liege mit dem Handtuch, hier sicherte man den gewählten Platz mit einem Sitzkissen

Der Schlosshof füllte sich schnell. Bei den Eingängen musste man seine Kontaktdaten hinterlegen und wurde nochmal zur Wahrung der Abstände ermahnt, und vor Beginn des Gottesdienstes wurden die Regularien nochmal verlesen. Familien konnten sich natürlich eine Bank teilen, aber mir als Einzelperson durfte niemand auf den Pelz rücken 😉

Was mir ja neben dem Gottesdienst selbst und der Organisation besonders gefallen hat, war der Storch. Sobald es einen Moment still war, klapperte er, und alle Köpfe wandten sich zum Horst 🙂

Es war wieder mal ein Gemeinschaftserlebnis, das mich sehr berührt und beeindruck hat. In seinem Schlusswort berichtete der Pfarrer u.a. von den Anfeindungen im Vorfeld und von dem Engagement vieler Einzelner, um die Feier der Auferstehung Christi doch begehen zu können. Obwohl ich kein Kirchgänger bin, bin ich dankbar dafür.

Eigentlich finde ich derartige öffentliche Auftritte als Chance für „die Kirche“, sich zu zeigen, statt hinter dicken Kirchenmauern in geschlossenen Zirkeln ihre Rituale zu begehen.

Heute scheint die Sonne wieder. Wunderbar, da können wir im Freien essen und die Oma hat mehr Möglichkeiten, die Ostereier zu verstecken. Apropos essen: Wir werden wieder die heimische Gastronomie unterstützen und aus der österlichen Speisekarte bestellen und das Essen nach Hause holen. Die Pizzerien und Asia-Restaurants machen es den deutschen Gasthöfen schon lange vor, aber kaum einer hat es angeboten, bevor Corona und der verhängte Lockdown ihnen klarmachte, dass dies eine Möglichkeit zum Weitermachen ist.
Ich freu mich auf Lammbraten (würde ich für mich allein nie zubereiten), der Schwiegersohn auf Karpfen, die Tochter auf einen leckeren vegetarischen Auflauf und der Enkel auf Pommels 😀

In diesem Sinn: Frohe Ostern

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Ein Fall hat einen Namen

Gestern wurde von der Ständigen Impfkommission beschlossen, dass der Impfstoff von AstraZeneca nicht mehr an Personen unter 60 Jahren verimpft wird, siehe auch diesen Link

An dieser extrem seltenen Thrombose einer Hirnvene zu erkranken, ist sehr gering, etwa 1:100.000, und bisher gibt es 9 Todesfälle, die älteste Betroffene 63 Jahre. Diese Betroffene hat einen Namen – und eine Familie.

Anette Roßmann ist eine Kollegin meiner Schwester. Wie groß der Schock ist, kann man sich vorstellen. Ähnlich groß war der Schock, als im April 2020 die relativ junge, fidele Oma einer angeheirateten Nichte an Corona verstarb.

Meine beiden Brüder, beide Schwägerinnen, meine Schwester und mein Schwiegersohn wurden mit AstraZeneca geimpft, und zum Glück hatte nur mein Schwiegersohn ca. 12 Stunden lang mit Kopfschmerzen und Schüttelfrost zu kämpfen. Auch ich werde mich damit impfen lassen, wenn er mir angeboten wird. Trotzdem.

Viele beklagen ja die Bürokratie, die Schwerfälligkeit und das Schneckentempo in Deutschland, führen die Drive-in-Impfungen in den USA oder das Nebenbei-Impfen bei IKEA in Israel als Vorbild an. Aber ich bin sehr froh über die deutsche Gründlichkeit, Vorsicht und Aufklärung. Schließlich hatten wir Contergan… Ausnahmslos alle Geimpften in meiner Familie waren begeistert von der Organisation in den Impfzentren und fühlten sich bestens beraten und betreut.

Leider traf es die Kollegin meiner Schwester zu früh, denn da war diese Auffälligkeit noch nicht bekannt, sie wusste nicht, dass diese extrem starken Kopfschmerzen eine tödliche Nebenwirkung sein könnten. Erst als sie nach Tagen zum Hausarzt ging und der ein „nicht normales“ Blutbild feststellte, kam sie in die Klinik. Aber da kam jede Hilfe zu spät.


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Oh, Tantchen möchte reisen

Sicher meinte es meine Nichte nicht böse, sicher gönnt sie mir alles, was ich mir wünsche, aber es lag dieser spitze, leicht höhnische Unterton in ihrer Stimme, als sie das sagte.

Ich habe ihr eine WhatsApp geschickt, weil ich meinen Bruder nicht erreichte und weil ich nur mal schnell wissen wollte, ob es ihm gut geht. Er wurde gestern geimpft, und man weiß ja nicht, ob Impfreaktionen auftreten. Jetzt sind beide Brüder geimpft, ebenso die Frau meines ältesten Bruders und der Vater meiner Kinder.

„Es geht voran, wenn auch noch viel zu langsam, aber hoffen wir, dass wir bis Ende Sommer auch dran sind“, meinte meine Nichte.
„Mir reicht der ewige Lockdown auch. Ich möchte so gern wieder mal nach Bonn fahren und meine Enkelin sehen, oder nach Norden zu J. …“
„Oh, Tantchen möchte reisen. Ich wäre froh, wenn die Kita zuverlässig offen wäre, wenn ich mit dem Kleinen wieder mal in den Tiergarten könnte, wenn ich mich mit meinen Kollegen absprechen könnte – so richtig von Angesicht zu Angesicht, wenn wir die Kinder mal für ein oder zwei Tage zu Oma und Opa bringen könnten.“

Ja, ich jammere auf hohem Niveau. Meine Rente kommt zuverlässig aufs Konto, ich kenne kein Arbeitsverbot und brauche mich nicht um einen bescheuerten Aushilfsjob zu kümmern, ich habe keine Kurzarbeit, kein Homeoffice, kein Homeschooling, keine Kinder, die beschäftigt werden wollen, ohne andere Kinder zu treffen. Ich habe die Aussicht, in den nächsten Wochen einen Impftermin zu bekommen.

Und die jungen Leute? Müssen sehen, wie sie ihre Miete bezahlen, ihren Alltag mit allem Unbill regeln und wie sie die Kinder schadlos durch die Pandemie kriegen.
Und die „unabhängigen“, die richtig jungen Leute, die sich nicht mal mit ihren Kumpels treffen können, die nicht durch die Kneipen ziehen können, die ihre Lehre nicht antreten können oder noch keinen Hörsaal von innen gesehen haben?

Die jungen Leute müssen ihr komplettes Leben zurückschrauben oder gar stilllegen, um die Eltern und Großeltern nicht zu gefährden. Wie lange sie noch ruhig bleiben?

Ich möchte wirklich nicht in der Haut der jungen Leute stecken, und wenn dieser aufkeimende, unterschwellig brodelnde Sozialneid hochkocht, muss sich keiner wundern.

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Neue Nachbarn

Seit neue Nachbarn hier eingezogen sind, habe ich richtig viel Spaß. Wirklich, ich freue mich sehr.

Vor etwa zwei Wochen erzählte mir meine Vermieterin, dass sie Hühner holen werden. Letztes Jahr hatten sie 30 Masthähnchen, und natürlich dachte ich, dass sie wieder welche holen. Aber es zogen diese wunderschönen Hennen und der noch schönere – und stolzere – Hahn ein.

Wegen der Vogelgrippe ist Stallpflicht angeordnet. Doof! Aber da meine Vermieter ihren Hühnern ein schönes Leben bieten wollen, bauten sie ihnen ein Vorzelt an den Stall. Besser als nichts, fand ich auch. Auch nicht besser als der Stall, dachten sich wohl die Hühner und hatten ruckzuck einen Durchschlupf gefunden. Da half kein Nachbessern, der Freiheitsdrang der Hühner war immer größer als die Sicherungsmaßnahmen 🙂

Jetzt bleiben sie tagsüber draußen, und die Besitzer riskieren eine Strafe von 1200 €. Ich hoffe sehr, dass keiner der Spaziergänger petzt und das Ordnungsamt schickt….

Ich gucke jeden Tag bei meinen neuen Nachbarn vorbei, bringe ihnen Obst- und Gemüsereste und amüsiere mich über den Gockel, den Wichtigtuer. Meine Vermieterin sagte heute, dass sie die Hühner gar nicht auseinanderkenne und sie deshalb auch noch keine Namen haben, aber der Gockel heiße Hansi. Hansi? Schrecklich!
„Das ist doch kein Hansi! Hansi geht bei einem Kanarienvogel oder bei einem Wellensittich, aber doch nicht bei so einem Hahn“ protestierte ich.
„Wie könnte er denn sonst heißen?“ – „Napoleon vielleicht?“
„Super“ lachte sie.

Jetzt ist er noch ein Möchtegern-Napoleon, dem die Stimme kippt, wenn er zu krähen versucht. Wird aber bestimmt noch.

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Dies und das

Der Enkel hat seinen Schulranzen bekommen. Natürlich ist er schrecklich stolz, die ersten Tage war der Ranzen überall dabei, egal ob Spielen oder Schlafen, und natürlich will er jetzt endlich zur Schule und nicht mehr in den Kindergarten. Dauert ja auch nicht mehr sooo lange…

Leider ist das Thema Corona noch immer dauerpräsent. Aber immerhin gibt es neben all den Pannen und Versäumnissen auch ein paar positive Dinge.
Langsam, aber beständig wächst die Zahl der Geimpften. In Bayern sind das aktuell zwischen 25 und 30.000 Personen/Tag. In 2-3 Wochen soll es richtig vorangehen, und bis dahin werden zusätzliche Impfzentren eingerichtet sein. Bei uns im Landkreis kommen zwei weitere dazu, und Anfang April werden hoffentlich auch die Hausärzte einbezogen. Die Grenzlandkreise zu Tschechien bekommen ein Sonderkontingent, was zum Zurückdrängen der immer noch sehr hohen Inzidenz beitragen wird.

Dank der nun verfügbaren Selbsttests konnte meine Schwester meinen Bruder besuchen. Ich selbst bin (leider?) immer noch zu hasenfüßig, bleibe zu Hause und möchte absolut nicht riskieren, meine schwangere Tochter zu gefährden. Obwohl ich ja so wahnsinnig gern meine Enkelin wieder mal sehen möchte….. und in den Norden zum Gatten würde ich auch gern wieder mal fahren – aber nicht mit dem Auto und schon gar nicht mit der Bahn 🙂

Trotzdem, Selbsttests (für den privaten Gebrauch), Schnelltests (die bestätigt, also amtlich sind) und FFP2-Masken helfen hoffentlich, eine dritte Welle soweit unter Kontrolle zu halten bis genügend Menschen geimpft sind.

In Franken gibt es FFB2-Masken, wie dieser facebook-Screenshot zeigt:

Was dieses Foto soll? Es ist die Haarpracht meiner Schwägerin, die nach erfolgreicher Krebstherapie nun wieder Locken hat. Ich bin so glücklich darüber!

Ich hab wieder mal im öffentlichen Bücherschrank in der Kreisstadt gestöbert und dieses Buch entdeckt. Manuel Andrack kenne ich aus der Harald Schmidt-Show. Nach dem Aus dieser Show hat sich Manuel Andrack einen Namen als Wanderpapst gemacht, das wusste ich, aber ich hatte noch keines seiner Bücher in der Hand. Irgendwas störte mich, als ich es in der Hand hatte, nahm es jedoch gerne mit. Später fiel es mir ein: Der Titel ist unpassend, finde ich. Wandern als Abenteuer zu bezeichnen, passt so gar nicht zu dem was ich unter Wandern verstehe. Okay, egal, es ist ein nettes Buch, wenn auch keine Offenbarung….

Noch ein schönes Foto gefällig? Es ist der Screenshot meines Tablet-Hintergrundbilds und zeigt ein Leberblümchen. Ich hab das Foto „geklaut“ von „Padernosder“, dem dieses Blog https://padernosder.myblog.de gehört.

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Die Störche klappern schon

Frühling! Frühling schon im Februar! Erstaunt und leicht irritiert hörte ich gestern das Klappern dieser Störche. Sie haben ihr Nest wohl schon renoviert und planen, die Familie zu vergrößern.

Die naturbelassenen Wiesen im Aischgrund sind ein wahres Schlaraffenland für die Störche und deshalb sehr beliebt. Das Nachbardorf rühmt sich, der Ort mit den meisten Weißstörchen bayernweit zu sein, und es gibt sogar ausgeschilderte Storchenwander- und Rundwege, bei denen man die Horste und Speisegründe dieser Großvögel betrachten kann.

Mein derzeitiges Headerbild stammt aber nicht aus Franken, sondern aus Portugal, wo wir im Frühjahr 2012 mit dem Wohnmobil unterwegs waren.

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Wem gehörte dieses Buch?

Diese Frage stelle ich mir tatsächlich, denn es hat eine Besonderheit, die ich noch nie festgestellt habe: Dieses Buch duftet!

Neue Bücher habe ich selten in der Hand, und wenn doch, dann riechen sie eben „neu“. Meistens bekomme ich Bücher von meiner Schwester, die sie zuvor gelesen hat, und die tip-top sind, und mindestens genauso häufig lese ich Bücher, die ich entweder gebraucht gekauft habe, aus der Bücherei ausgeliehen sind oder – wie in diesem Fall aus einem sog. Bücherschrank stammen.

In der Kreisstadt gibt es seit einiger Zeit einen, und nach der ersten Begeisterung musste ich leider feststellen, dass dieser Bücherschrank hauptsächlich nicht dazu genutzt wird, Bücher abzugeben, sondern gebundenen Papiermüll zu entsorgen. Bezeichnenderweise fand ich auch schon ein Buch über Abfallwirtschaft, das das Landratsamt „entsorgt“ hatte.

Als ich vor einigen Tagen wieder mal davor stand, stach mir dieses Buch in die Augen. Nicht nur der Schutzeinband, sondern auch das Buch ist in einem einwandfreien Zustand, wie neu. Ich nahm es mit; nicht weil ich mich besonders für Alfred Biolek interessiere, sondern weil es einfach so frisch und gepflegt aussieht. Abends im Bett dann die Überraschung: Dieses Buch duftet! Es riecht nicht, es duftet! Es verströmt einen dezenten, sehr, sehr wohligen, leicht herben Männerduft. Ich kenne diese Art After Shave, ich kann es nur (leider) keiner Marke und schon gar keinem Mann zuordnen. Ich bin jedoch hin und weg von diesem Buch – nicht vom Inhalt, sondern vom Duft…

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